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Siemens: Neue HGÜ-Verbindung zwischen Dänemark und Holland

Siemens hat einen Auftrag für die Verbindung des holländischen und dänischen Stromnetzes erhalten. »COBRA cable« wird zur Integration des europäischen Netzes beitragen.

Innenansicht einer Umrichterstation in Büttel, Schleswig-Holstein: Hier werden baugleiche HGÜ-Plus-Power-Module von Siemens eingesetzt, die auch für die Stromrichteranlagen bei COBRA verwendet werden. Bildquelle: © Siemens

Innenansicht einer Umrichterstation in Büttel, Schleswig-Holstein: Hier werden baugleiche HGÜ-Plus-Power-Module von Siemens eingesetzt, die auch für die Stromrichteranlagen bei COBRA verwendet werden.

Die Verbindung übernimmt eine Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ), die auf den Namen »COBRA cable« getauft wurde. Sie soll die Versorgungssicherheit in beiden Ländern erhöhen und die Integration erneuerbarer Energien ins Stromnetz fördern. Auftraggeber sind der dänische Stromnetzbetreiber Energinet.dk und sein holländisches Pendant TenneT TSO.

Siemens [1] liefert die beiden HGÜ-Umrichterstationen am Anfang und Ende der Gleichstromleitung, die als Seekabel durch die Nordsee geführt wird. Die Gleichstromkabel liefert das italienische Unternehmen Prysmian, einer der weltweit führenden Kabelhersteller. Der Auftragswert für Siemens beläuft sich auf circa 170 Mio. Euro. Anfang 2019 soll die Verbindung den kommerziellen Betrieb aufnehmen.
Im Geschäftsjahr 2015 hat Siemens in Europa Verbindungen in HGÜ-Plus-Technik mit einer Übertragungsleistung von 4,9 GW in Betrieb genommen. »Mit dem COBRA-Auftrag werden wir in den nächsten Jahren Projekte mit einer Kapazität von weiteren 4,6 GW ans Netz bringen und so einen entscheidenden Beitrag zur Integration des europäischen Energienetzes leisten«, sagt Jan Mrosik, CEO der Siemens-Division Energy Management.

Ein wichtiges Ziel der COBRA-Verbindung besteht in der Förderung des Wettbewerbs im nordwesteuropäischen Energiemarkt, was letztendlich den Verbrauchern zu Gute kommen wird. »Indem wir das holländische und das dänische Stromnetz direkt miteinander verbinden, wird auch die Versorgungssicherheit für Unternehmen und Verbraucher in beiden Ländern steigen. Darüber hinaus wird Holland mehr Strom aus erneuerbaren Energien importieren können, der vorwiegend in dänischen Windparks erzeugt wird«, sagt Mel Kroon, Vorstandsvorsitzender von TenneT.

Die HGÜ-Verbindung zwischen Dänemark und Holland gehört zu den von der Europäischen Kommission ausgewiesenen Projekten von gemeinsamem Interesse, die zur Schaffung eines integrierten Energiemarktes in der Europäischen Union beitragen werden.

Der Lieferumfang von Siemens umfasst zwei 700-MW-Umrichterstationen für eine Gleichspannung von ±320 kV. Die beiden Umrichterstationen im niederländischen Eemshaven und im dänischen Endrup werden mit einem 325 km langen Gleichstromkabel verbunden. Für die Anlage in Endrup wird der Kunde Energinet.dk alle Bauarbeiten zur Errichtung der Halle übernehmen, die die Siemens-Umrichtertechnik beherbergen wird. Die Umrichterstation in Eemshaven liefert Siemens schlüsselfertig. Zum Auftragsumfang gehört die Auslegung der Anlage sowie die Lieferung, Installation und Inbetriebnahme aller Komponenten.