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Siemens, Amprion und TransnetBW: Ultranet – Technologiesprung für Deutschland und die Welt

Siemens liefert die Konverterstationen, Amprion und TransnetBW bauen die HGÜ auf einer bestehenden Freileitungstrasse: Hinter Ultranet verbirgt sich ein nicht nur für Deutschland interessanter Technologiesprung und ein erster Schritt in Richtung europäisches DC-Overlay-Netz.

Ultranet Bildquelle: © SIEMENS AG

"Ein faszinierendes Projekt, es ist weltweit einmalig, wir setzen dies zum ersten Mal so um, es bedeutet einen Technologiesprung in Deutschland, für Deutschland und danach für die Welt", sagt Dr. Jan Mrosik, CEO der Division Energy Management von Siemens.

Mit der Technik wollen Siemens und die Partner Amprion und TransnetBW vor allem eine Herausforderung der Energiewende meistern: Den Strom über weite Strecken zu transportieren, um ihn von den Erzeugern - also von den großen Windenergieanlagen im Norden - zu den großen Verbrauchern zu bringen, die im Westen und Süden des Landes sitzen. Aufgrund ihrer geringen Verluste bauen die Betreiber diese Stromautobahnen auf Basis der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ). Außerdem finden HGÜs auch für relativ geringe Distanzen Einsatz, wenn Energie nicht über Freileitungen sondern über Kabel übertragen werden muss, was insbesondere für den Anschluss von Offshore-Windenergieanlagen über Seekabel sowie den Transport über Erdkabel gilt. 

Heute erzeugen zwar schon große Windkraftanlagen im Norden sehr viel Strom, aber das bestehende Übertragungsnetz ist nicht dafür ausgelegt, die riesigen Energiemengen zu transportieren. Deshalb dürfen die Erzeuger bei starkem Wind - bis zu 30 GW - nicht einspeisen, das Netz würde die Belastung nicht verkraften. Solche "marktbezogenen Netzeingriffe" gehören heute bereits zum Alltag von Übertragungsnetzbetreibern. "Das ist ökonomisch und ökologisch nicht sinnvoll", sagt Dr. Werner Götz, Geschäftsführer von TransnetBW. Der Aufwand für solche Eingriffe habe 2015 bei rund 1 Mrd. Euro gelegen.

Deshalb ist der Umbau des Übertragungsnetzes erforderlich. In Deutschland sind drei neue Nord-Süd-Trassen auf Basis der HGÜ-Technik geplant, die westlichste Trasse ist auf den Namen Ultranet getauft worden. Sie ist auf eine Leistung von 2 GW ausgelegt. Zum Vergleich: Der Bedarf von Köln liegt bei 1,3 GW.