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Siemens und TransnetBW: 380kV-Umspannwerk wird für die Energiewende ertüchtigt

Eines der größten deutschen Umspannwerke in Karlsruhe Daxlanden wird für die Energiewende erneuert. Mit gesteigerter Übertragungsleistung können künftig große Mengen Windstrom aus Norddeutschland in den Süden transportiert werden.

8DQI GIS Bildquelle: © Siemens AG

Vergleichbare gasisolierte Schaltanlagen des Typs 8DQI mit einer Spannung von 380 kV werden die Übertragungsleistung des Umspannwerks Daxlanden erhöhen. Sie ertüchtigen das deutsche Höchstspannungsnetz für den gestiegenen Transportbedarf der Energiewende.

TansnetBW lässt die Schaltanlage des 380kV-Umspannwerkes Daxlanden erneuern, das zwei neue gasisolierte Innenraumanlagen mit zunächst 26 Feldern erhält. Damit wird dem durch die Energiewende gestiegenen Transportbedarf im Höchstspannungsnetz Rechnung getragen.

Als Isoliermedium in den Ausleitungen setzt Auftragnehmer Siemens künftig sogenannte Clean Air, aufbereitete Luft, anstelle von Schwefelhexafluorid (SF6) ein. Der in Stufen erfolgende, wertmäßig im unteren dreistelligen Millionenbereich liegende Ausbau, wird 2029 abgeschlossen sein. Er umfasst Planung, Produktion, Lieferung und Inbetriebnahme von zunächst 26 Schaltfeldern der zwei 8DQ1-GIS mit 3-fach-Sammelschienen und einphasigen Clean-Air-Ausleitungen mit einer Gesamtlänge von 5330 Metern.

Die Clean-Air-Technologie wird im Umspannwerk in sämtlichen Ausleitungen verwendet, die zum Anschluss von Freileitungen und Transformatoren dienen, außerdem in den Verbindungsleitungen zwischen beiden Anlagen. Die Bauteile mit Druckluftisolierung, die auch bei hohen Betriebsspannungen eingesetzt werden können, sind gegenüber anderen Isoliermedien vorteilhaft. Selbst bei Extremtemperaturen sondern die Anlagen keine toxischen Zersetzungsprodukte ab und für den Betreiber entfällt die Berichtspflicht über eingesetzte Fluor-Gasmengen. Angepasste Gehäuseabmessungen kompensieren die geringere elektrische Festigkeit der komprimierten Luft.

„Wir bereiten das Umspannwerk auf die Anforderungen der Energiewende vor, es wird künftig der größte Netzknoten der TransnetBW und einer der größten in ganz Europa. Damit hat er eine große Bedeutung für nationale und internationale Strom-Transite von Nord nach Süd und die lokale Versorgung der Region Karlsruhe“, erklärt Dr. Werner Götz, Geschäftsführer von TransnetBW. „Dabei setzen wir gemeinsam mit unserem erfahrenen Partner Siemens auf eine umweltfreundliche Lösung, die Maßstäbe für die Zukunft der Energie in Deutschland setzt.“

„Aufgrund unserer großen Erfahrung von erfolgreichen Umbauten im laufenden Betrieb bei Übertragungsnetzbetreibern und großen Industrieanlagen bieten wir uns als zuverlässiger Partner für diese Projekte an“, sagt Tim Dawidowsky, CEO EPC Projects bei Siemens Gas and Power.