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Energieversorgung der Zukunft: Testlauf für die Smart City

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Vollständige Digitalisierung ist der Weg...

Siemens Bildquelle: © Siemens

Ähnlich einer Google-Street-View-Ansicht kann man im Gebäudemanagementsystem die Stockwerke durchwandern.

Vollständige Digitalisierung ist der Weg, damit die „intelligenten“ Gebäude mit ihrer komplexen IT-Infrastruktur plan- und managebar bleiben. Wie in der digitalen Fabrik und dem modernen Maschinenbau erstellen Planer mittlerweile “digitale Zwillinge“ als Abbilder von Gebäuden und Komplexen, in denen sämtliche Details und Informationen über die verbauten Komponenten verzeichnet sind.

Damit werden nicht nur vor Inbetriebnahme oder Modernisierung mittels Digital Prototyping Simulationen gefahren; im Betrieb bildet der digitale Zwilling mit den Informationen der umfangreichen Sensorik des realen Gebäudes die Grundlage für Predictive Maintenance und optimal kosteneffizientes Facility-Management. So erklärt es Peter Loeffler, Head of Innovation and Industry Affairs bei der jetzt zu Siemens Infrastructure gehörenden Siemens Building Technologies.

Dabei ist der digitale Zwilling mittlerweile dreidimensional begehbar und bietet Nutzern eine ähnliche Orientierung wie Google Maps und Google Earth. Der digitale Konstruktions-Zwilling beinhaltet alle 3D-CAD-Daten, Grundrisse etc. und liefert in Echtzeit Daten über räumliche Informationen und den darauf abgebildeten Objekten. Möglich ist auch ein „digitaler Performance-Zwilling“, der in Echtzeit Monitoring von Betriebskosten, den Status von Key-Performance-Indikatoren (KPI) sowie Betriebskonzepten, Zeitreihendaten etc. ermöglicht.

Damit wird eine Realtime-Transparenz von Opex und Capex möglich, die so bislang nicht realisierbar war. Die ca. 80 Prozent der Gesamtlebenszykluskosten von Gebäuden ausmachenden Betriebskosten lassen sich so erheblich senken. Nicht umsonst bietet Siemens in Österreich in Public–Private-Partnerships als Contractor Errichtung und Betrieb von Infrastruktur wie Schulen zu über den gesamten Gebäudelebenszyklus garantierten Kosten für öffentliche Träger an, die diese Objekte kaum zu ähnlichen Kosten realisieren und betreiben könnten.

Dass durch Energieseinsparung im Smart Building die Umwelt geschont wird, ist gut. Die durch Gebäudedigitalisierung heute möglichen Betriebskosteneinsparungen sind für die Verbreitung der Technologie jedoch entscheidender. Sogar für die Smart-City-Ebene bietet Siemens ein Optimierungs-Tool an (CyPT), das die Energie- und Kosteneffizienz sowie Arbeitsplatzauswirkungen verschiedenster technischer Maßnahmen für eine ganze Stadt simuliert und bewertet. Die Smart City Aspern steht noch am Beginn der Entwicklung. Das Fernziel: der digitale Zwilling einer ganzen Stadt.