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Netzdienlicher Hybridspeicher: Hybridspeicher erzeugt Fernwärme und Primärregelleistung

Die Energiewende verursacht Probleme wie verstärkte Netzinstabilitäten. Die Stadtwerke Bielefeld bauen mit der Hoppecke-Tochter Intilion GmbH einen 7 MW-Hybridspeicher, der das Stromnetz durch die Erbringung von Primärregelleistung stabilisiert und gleichzeitig Fernwärmewasser auf Temperatur bringt.

Hybridspeicher Bildquelle: © Stadtwerke Bielefeld

Der neue Speicher wird noch in diesem Jahr in Betrieb gehen.

Speicher müssen sich heute aus vielen Quellen Einnahmen suchen, damit sie rentabel arbeiten können. Einen innovativen Weg gehen die Stadtwerke Bielefeld. Ihr in diesem Jahr in Betrieb gehender Speicher wird durch Bereitstellung von Primärregelenergie Einnahmen generieren und die durch den volatilen regenerativen Strom verursachten Netzprobleme minimieren. Außerdem wird er Wasser für das Fernwärmenetz erhitzen.

Und der Speicher adressiert noch an anderes Problem: Scheint die Sonne zu stark und der Wind weht zu stark, müssen EEG-Anlagen normalerweise abgeschaltet werden, um die Netze nicht zu überlasten. Diesen „Überschussstrom“ könnte man auch anders nutzen, dachte man sich in Bielefeld und in Zwickau, wo die Hoppecke-Tochter Intilion GmbH Lithium-Ionen-Energiespeicherlösungen für zukunftsorientierte Geschäftsmodelle entwickelt.

„Allein der Bau von weiteren Solar- und Windanlagen reicht für die Bewältigung der Energiewende nicht aus“, erklärt Projektleiter Klaus Danwerth. „Schon heute ist oft mehr ‚grüner‘ Strom im Netz, als die Verbraucher sinnvoll nutzen können. Da müssen intelligente Speichersysteme her, die wir mit unserer Anlage bereitstellen.

Thorsten Melzer, stellvertretender Projektleiter sagt: „Wir wollen überschüssigen Strom zum Aufheizen des Fernwärmewassers nutzen. Wir gehören damit zu ganz wenigen auf dem Markt, die so etwas bauen. In Deutschland gibt es aktuell nur eine Anlage in Bremen, die ähnlich funktioniert wie unsere. Die Besonderheit bei uns ist aber, im Vergleich zu üblichen Bauweisen in Seecontainern, dass wir die Anlage in einem unserer bestehenden Gebäude unterbringen. Das ist für alle Beteiligten eine Herausforderung, aber bis jetzt auch einzigartig in der Größenordnung.“

Die Anlage wird in ehemaligen Räumen einer Schaltanlage des örtlichen Kraftwerks errichtet und besteht aus 22.173 NMC-Lithium-Ionen- Zellen und in einem zweiten Teil aus zwölf Widerstandsheizern, die Wärme für das Fernheiznetz erzeugen werden. Angebunden sind die Anlagen an das 6 kV-Kraftwerksnetz über drei Gießhatztransformatoren. In einer Turbinenhalle stehen diese je acht Heizelemente (je 80 kW Leistung) umfassenden Heizer. Sie ersetzen alte Wärmetauschergruppen.