Neue Kunststoffisolierung

Die Kosten für HGÜ-Erdkabel sinken deutlich

16. Dezember 2014, 10:51 Uhr   |  Heinz Arnold


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Platzbedarf, Kosten und Entwicklungspotential

Wie hoch ist der Platzverbrauch?

Die neuen Kabel werden wie die Vorgänger auch in einer Tiefe von rund 1,5 m verlegt. Was dann oberhalb auf der Oberfläche passiert, ist relativ egal. Es können beispielsweise Straßen quer darüber laufen, es kann Ackerbau darüber betrieben werden. Allerdings dürfen auf einer Breite von 10 m keine Bäume über den Erdkabeln wachsen, weil die Wurzeln die Kabeltrasse beschädigen könnten.

Und wie sehen die tatsächlichen Kosten gegenüber einer Freileitung aus?

Wie gesagt, das ist schwierig zu sagen. Es kommt auf die Bodenbeschaffenheit an, auf die Topologie und viele andere Einflussfaktoren. Deshalb müssen die Kosten für jedes Projekt neu ermittelt werden, alles andere wäre unseriös. Was aber auf jeden Fall gilt: Die Kosten für eine Erdverkabelung werden gegenüber bisherigen Planungen mit 320 kV kunststoffisolierten oder 500 kV MI-Kabeln deutlich fallen.

Wann stehen die neuen Kabel zur Verfügung?

Die neuen kunststoffisolierten Kabeln sind komplett geprüft und können ab sofort bestellt werden.

Wo werden sie zuerst Einsatz finden?

Wo die Kabel zuerst zum Einsatz kommen ist schwer zu sagen. Netzbetreiber und Projektentwickler können ja jetzt ganz neu kalkulieren und wir eröffnen mit dem neuen Kabel ganz neue Möglichkeiten. Wir erwarten uns natürlich viele interessante Projekte außerhalb Deutschlands, aber gerade auf den Einsatz bei den HGÜ-Erdkabel-Pilotstrecken in Deutschland hoffen wir natürlich.

Bei den HGÜ-Trassen in Deutschland handelt es sich um Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Ist damit das Potenzial der HGÜ-Technik ausgeschöpft?

Nein, wir rechnen damit, dass die HGÜ-Leitungen langfristig auch untereinander vernetzt werden. In unserem Forschungszentrum in Schweden simulieren wir bereits, wie sich ein System aus Drehstromnetzen mit integrierten Gleichstromnetzen verhält. Um die Vernetzung von Gleichstromnetzen zu ermöglichen, hat ABB bereits einen Gleichstromleistungsschalter vorgestellt, der dies ermöglicht. Zukünftig können wir also hybride Übertragungsnetze aus Gleichstrom und Wechselstrom erwarten, aber für die nahe Zukunft ist wichtig, dass wir schleunigst beginnen die ersten Nord-Süd-HGÜ-Verbindungen in Deutschland zu bauen.

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2. Technologische Vorteile
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