Einsatzkritische Verkabelung bei TenneT

Energieversorgung rund um die Uhr

30. März 2020, 11:43 Uhr   |  Petra Adamik, freie IT-Autorin aus München


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Fit für die Zukunft

Qualifizierte Vorplanung überzeugte

Für die Zusammenarbeit mit Rosenberger OSI nennt Patrick Bernasch-Mellech, Verantwortlicher für Data & Application Management bei TenneT mehrere Gründe: „Uns hat neben den Produkten auch die qualifizierte Vorplanung überzeugt. Zudem konnte Rosenberger OSI uns schnelle Reaktionszeiten und damit eine termingerechte Realisierung des Projektes zusagen.“  

Eine wichtige Vorgabe von TenneT war, dass das System keine elektrische Ladung führen darf. Das ist notwendig, weil die beiden Rechnerräume jeweils mit einem eigenen Potential-Ausgleich versehen sind, über den alle Schränke und Komponenten geerdet sind. Sollte eines dieser Geräte ein elektrisches Problem haben, das über die Erdung abgeführt wird, könnte dieses über eine Cat-Leitung und den Schirm in den nächsten Raum verschleppt werden. Diese Potenzialverschleppung könnte zu weitreichenden Problemen führen. Davon wären auch die USV-Anlagen in den Rechnerräumen betroffen, bis hin zum Totalausfall. 

Durch die Trennung mit nichtleitenden Materialen ist gewährleistet, dass die Räume keine elektrische Verbindung haben. Elektrische Probleme können so nicht auf den jeweils anderen Raum übertragen werden. Diese Vorgabe hat sich TenneT selbst auferlegt, um ein höheres Maß an Ausfallsicherheit zu realisieren. Eine raumübergreifende Kupfer-Verkabelung kam nicht infrage, weil der Abstand zwischen beiden Rechner-Räumen zu groß ist und nicht normgerecht wäre. Deshalb hat Rosenberger OSI in seinem Konzept Glasfaserprodukte vorgeschlagen, die alle Anforderung an Sicherheit und Abschirmung vollumfänglich erfüllen.

Petra Adamik
© Petra Adamik

Petra Adamik ist freie IT-Autorin aus München.

Straffer Zeitplan für die Installation

Innerhalb von 20 Tagen wurde das Projekt von Rosenberger OSI umgesetzt. Die Bedingungen vor Ort stellten das Team vor Herausforderungen. Zum einen war jederzeit damit zu rechnen, dass es betriebsbedingt zu einer Unterbrechung der Installationsarbeiten kommen kann. Zum anderen gelten in der Warte besondere Sicherheitsvorgaben, da dort das Netz überwacht wird. Darüber hinaus war es notwendig, bei der Arbeit Ruhe zu halten, damit die Mitarbeiter von TenneT in ihrer Konzentration nicht gestört werden und bei Problemen schnell und klar agieren können. 

Verschiedene Kabeltypen im Einsatz

Im Rahmen des Projektes hat Rosenberger OSI in der Warte von TenneT mehrere Arbeits- und Schulungsarbeitsplätze realisiert, sowie zusätzliche Arbeitsplätze im Backoffice. Die verschiedenen Kabeltypen wurden vor der Abnahme den notwendigen Messungen unterzogen. Dazu gehörte die werkseitige Messung der LWL-Kabel ebenso, wie die OTDR-Messung durch den Service vor Ort. 

Um das neu implementierte KVM Matrix System der Warte mit dem Rechenzentrum zu verbinden, kommen bei TenneT heute unterschiedliche Lösungen von Rosenberger OSI zum Einsatz. Als Verbindung zwischen der Warte, dem Rechenzentrum sowie den Schulungsräumen und dem Office-Bereich verwendete das Service-Team 96-faserige OM4 PreCONNECT STANDARD Trunks. Für die Aufnahme der Trunks an den entsprechenden Endstellen, beispielsweise in der Warte, kamen PreCONNECT SMAP-G2 1HE und 2HE sowie 1HE und 2HE Spleißgehäuse zum Einsatz. Um den Trunk ordnungsgemäß aufzulegen, waren zusätzliche Spleißarbeiten notwendig. Der Trunk wird an den jeweiligen Endstellen in ein PreCONNECT SMAP-G2 Verteilergehäuse von Rosenberger OSI integriert und auf SMAP-G2 Teilfrontplatten aufgelegt, die ebenfalls vorher in die PreCONNECT SMAP-G2 Spleiß- und Verteilergehäuse eingesetzt worden waren.

Für die Warte sowie die Schulungsräume verwendete Rosenberger OSI  den 19“ Doppelbodenhalter 4HE, der als Halterung für die PreCONNECT SMAP-G2 Gehäuse dient. Die geforderten Kupferverbindungen wurden mit RJ45 Keystone Cat6A Kupferkabeln und dem entsprechenden 1HE 19“ Copper Panel von Rosenberger OSI umgesetzt. Die Kupferverkabelung ermöglicht den Verbindungsaufbau zwischen der Warte und dem Schulungsbereich sowie dem Rechenzentrum. Genutzt wird diese Verbindungsoption für Anwendungen, die nur eine geringe Bandbreite benötigen und sich nur über RJ45 Stecker anbinden lassen.

Für die Zukunft gerüstet

„Trotz der teilweise etwas kritischen Bedingungen im Installationsumfeld hat das Team von Rosenberger OSI unsere Vorgaben vorbildlich umgesetzt“, freut sich Patrick Bernasch-Mellech nach Abschluss der Arbeiten. „Die einzelnen Installationsschritte erfolgten entsprechend unserer Vorgaben im zugesagten Zeitrahmen. Der laufende Betrieb wurde dabei nicht unterbrochen.“

Heute profitiert TenneT von einer modernen Überwachungslösung, die mit den Anforderungen des dynamischen Energiemarktes wachsen kann. Die Arbeitsplätze in den Leitständen basieren auf modernster Verkabelungs- und IT-Technologie und stellen mit ihren ausgefeilten Anwendungen eine lückenlose Kontrolle des Versorgungsnetzes sicher.

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