Unterirdisches Demo-Netz der RWTH

Erstes Mittelspannungsnetz für Gleichstrom

19. März 2018, 10:39 Uhr | Heinz Arnold
Spatenstich für das MVDC-Netz: Dr. Holger Grube, Dr. Peter Lürkens, Dr. Christian Haag, Prof. Rik De Doncker, Dr. Matthias Kufeld (v.l.n.r.)
Spatenstich für das MVDC-Netz: Dr. Holger Grube, Dr. Peter Lürkens, Dr. Christian Haag, Prof. Rik De Doncker, Dr. Matthias Kufeld (v.l.n.r.)
© Volkmann, FEN GmbH

Der Forschungscampus FEN der RWTH Aachen errichtet erstmals ein lokales Mittelspannungsnetz, das ausschließlich auf Gleichstrom basiert und Ende 2018 in Betrieb gehen soll.

Dieses unterirdisch verlaufende Demonstrationsnetz betreibt Flexible Elektrische Netze (FEN) als privates Netz innerhalb der Infrastruktur der RWTH Aachen. Es verteilt elektrische Energie zwischen mehreren Groß-Prüfständen. An dem Netz werden die Effizienzvorteile von Gleichstrom und die Zuverlässigkeit der Komponenten analysiert, etwa Gleichspannungskonverter. Damit soll die Einsatzreife von Gleichstrom in öffentlichen Mittelspannungsnetzen nachgewiesen werden. Im Rahmen eines Spatenstichs wurde der Baubeginn des Projektes am 19. März auf dem RWTH Aachen Campus Melaten eingeleitet.

Das Forschungsnetz wird mit einer Spannung von 5 kV, einer installierten Leistung von rund 6,2 MW und einer Gesamtlänge von circa 2,3 km aufgebaut. Im Endausbau werden fünf Stationen angeschlossen sein, die zum Teil sowohl als Verbraucher als auch als Einspeiser arbeiten. Auch Energiespeicher und erneuerbare Energien werden integriert. Ende 2018 soll das Netz seinen Testbetrieb aufnehmen.

Gleichstrom als Schlüsseltechnologie

Die Gleichstromtechnologie rückt im Zuge der Energiewende stärker in den Fokus, weil sie einige Vorteile bei der Energieverteilung bietet. Sie vereinfacht eine Reihe von Aufgaben, die mit Wechselstrom, der im bisherigen System verwendet wird, nur mit zusätzlichem Aufwand erreichbar sind, zum Beispiel die Kopplung von Verteilungsnetzen oder die Versorgung von Schnellladepunkten für Elektrofahrzeuge. Im Gegensatz zu Wechselstromnetzen eignen sich Gleichstromnetze unter den Anforderungen der Energiewende auch für den erforderlichen flexiblen, bidirektionalen Energiefluss zwischen den Erzeugern und Verbrauchern, weil sie deutlich unempfindlicher reagieren, wenn an vielen Punkten gleichzeitig Energie eingespeist wird, und sie einfacher zu steuern sind.

 

 

 

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