Sicheres 450-MHz-Funknetz

Roll-out soll 2025 abgeschlossen sein

23. September 2022, 7:38 Uhr | Heinz Arnold
Dr. Frederik Giessing, 450connect
Dr. Frederik Giessing, 450connect: »Der ausfallsicheren Funktechnologie spielt die Bewältigung von Herausforderungen wie Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung eine zentrale Rolle, dem Rollout muss deshalb zügig vorangehen.«
© Guido Schiefer

Die sichere, hochverfügbare und schwarzfallfeste 450-MHz-Funkversorgung wird in den ersten Regionen 2023 starten und bis 2025 mit 1.600 Funkstandorten in Deutschland planmäßig ausgerollt sein.

Das sagte Dr. Frederik Giessing, Geschäftsführer der 450connect, auf dem ersten »450connect Stadtwerke-Tag 2022« in Köln. Die sichere Sprach- und Datenübertragung auch im Krisen- oder Schwarzfall soll dann insbesondere Unternehmen der Energie- und Wasserwirtschaft zur Verfügung stehen. Die 450-MHz-Funktechnologie werde aber auch über die Energie- und Wasserversorgung hinaus die technologische Basis einer zukunftsfähigen Gesellschaft bilden, so Giessing. 

Die 450connect ist Deutschlands alleiniger Betreiber der 450-MHz-Funkfrequenzen. 250 Teilnehmer aus kommunalen Energieversorgungsunternehmen, Repräsentanten der beiden größten Verbände der Energiewirtschaft und Hersteller aus dem 450-MHz-Ecosystem waren zum »450connect Stadtwerke-Tag 2022« nach Köln gekommen. Zahlreiche Hardware-Hersteller und potenzielle Nutzer informierten sich dort über den Aufbau des 450-MHz-Funknetzes und Anwendungen der 450-MHz-Funktechnologie. »Das große Interesse unterstreicht die Bedeutung einer ausfallsicheren Funktechnologie für die Bewältigung von Herausforderungen wie Dekarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung, aber auch die hohe Dringlichkeit eines zügigen Rollouts«, sagte Dr. Frederik Giessing in Köln. »Die schon heute vielfältig verfügbare Hardware ermöglicht das schnelle Fortschreiben der LTE450-Erfolgsgeschichte.« Im kommenden Jahr werde in den ersten Regionen in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mit dem Roll-out begonnen. 

Der bundesweite Rollout mit 1.600 Funkstandorten werde plangemäß 2025 abgeschlossen. Mit der sicheren Sprach- und Datenübertragung auch im Krisen- oder Schwarzfall werde laut Giessing die 450-MHz-Funktechnologie auch über die Energie- und Wasserversorgung hinaus die technologische Basis einer zukunftsfähigen Gesellschaft bilden. 

Wie wichtig ein ausfallsicheres Kommunikationssystem ist, zeigte Maik Jansen, Abteilungsleiter Netzbetrieb Strom von e-regio, in seinem Erfahrungsbericht über die Hochwasserkatastrophe 2021. Es müsse sichergestellt sein, dass sowohl die interne Kommunikation als auch die externe Kommunikation zu anderen Betreibern kritischer Infrastrukturen wie zum Beispiel zu vorgelagerten Netzbetreibern, reibungslos funktionieren könne.

Orchestrierung intelligenter Systeme

Dr. Tanja Utescher-Dabitz, Abteilungsleiterin Betriebswirtschaft, Steuern und Digitalisierung beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW), erklärte in ihrer Eröffnungs-Keynote, dass angesichts der immer größeren Herausforderungen der Branche schon bald eine sichere Datenkommunikation für die Orchestrierung intelligenter Systeme zur Verfügung stehen müsse. 

Smartifizierung der Verteilnetze

Dr. Nele Franz (E.ON SE) prägte mit dem Begriff der Smartifizierung den zweiten Themenblock der Veranstaltung. In dessen Fokus stand die Integration intelligenter Technologien in die Mittel- und Niederspannungsnetze, unter anderem durch Kommunikationssysteme für Smart Grids und die sichere Anbindung von Smart-Meter-Gateways und intelligenter Messysteme. E.ON wolle hier im Wesentlichen auf 450-MHz setzen. 
 


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BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft , E.ON Energie Deutschland GmbH, München