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Smart-Meter-Gateway-Rollout: Auf der Ziellinie

Dr. Peter Heuell, Geschäftsführer der EMH Metering, Andreas Gluth sowie Martin Hümmer, beide Bereichsleiter bei der Thüga SmartService erklären der SmarterWorld jüngste Anforderungen des BSI bei der Zertifizierung und wie sie gemeinsam eine BSI-konforme, effiziente Rollout-Logistik erarbeiten.

Dr. Peter Heuell Bildquelle: © EMH metering GmbH & Co. KG

Dr. Peter Heuell, Geschäftsführer der EMH metering GmbH & Co. KG, sucht bei der Gestaltung der Logistikprozesse eine für Kunden praktikable Lösung.

SmarterWorld: Der Prozess der Smart-Meter-Gateway-Zertifizierung war ein langer. Fast sieben Jahre sind seit der ersten Absichtserklärung des BSI, Vorgaben für Metering zu machen, vergangen. Wie bewerten Sie den Prozess?

Dr. Peter Heuell: Das Kickoff für den Smart-Meter-Rollout fand 2011 im Wirtschaftsministerium statt. Das ist für ein Digitalisierungsthema ein sehr langer Zeitraum. Das BSI ist Partner der Unternehmen und lernt selbst im Prozess der Zertifizierung der Smart-Meter-Gateways die Abläufe in der Energiewirtschaft kennen.

Für uns Hersteller war der Zulassungsprozess insofern herausfordernd, als das Ziel der Zulassung nicht von Anfang an feststand, weil das BSI Interpretationsspielräume offen ließ, die sich auf das Gerätedesign auswirkten. Das Zertifizierungsziel wurde gewissermaßen zu einem „Moving Target“. In Bearbeitungsschleifen passten wir dann z.B. den Programmcode und die Dokumentation wiederkehrend an.

SmarterWorld: Gäbe es Möglichkeiten, solche Prozesse künftig effizienter und schneller durchzuführen?

Dr. Heuell: Prinzipiell ist in Deutschland vieles richtig gemacht worden. Wenn wir eine Digitalisierung der Infrastruktur durchführen, ist es wichtig, Datenschutz zu inkludieren. Es ist auch richtig, nicht reine Abrechnungszähler auszurollen, sondern eine digitale Kommunikationsplattform aufzubauen, die für weitere Anwendungen nutzbar ist. Diese Anforderungen erfüllen Smart-Meter-Gateways und intelligente Messsysteme.

Man kann sich allerdings fragen, ob es sinnvoll ist, eine Zertifizierung künftig nur von einer staatlichen Institution durchführen zu lassen, oder ob dies nicht auch die Wirtschaft erledigen kann. Im Eichrecht gibt es neben der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt PTB ja schon lange private Stellen für Konformitätsbewertungen. Solch ein Modell könnte auch für die Bewertung der Security digitaler Produkte Vorbild sein.