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Projektergebnisse »green with IT«: Smart Meter Gateways sichern smarte Gebäudeprozesse ab

Das Smart Meter Gateway kann viel mehr als Stromverbrauchsdaten sicher übertragen: Es kann »Digital Hub« smarter Gebäude und wohnungswirtschaftlicher Prozesse sein. Was heute funktioniert, zeigte das Netzwerk »green with IT« mit Praxisergebnissen aus Projekten beteiligter Partner auf der IFA.

Sichere Digitalisierung der Wohnungswirtschaft Bildquelle: © green with IT e.V.

Wohnungswirtschaftliche Prozesse als Fokus von Gebäudedigitalisierung sind noch recht neu. Kein Wunder, kann doch eine »Wohnungswirtschaft 4.0« erst mit sicherer digitaler Datenübertragung gelingen. Diese ist mit dem bald zu erwartenden Rollout von Smart Meter Gateways (SMGWs) hergestellt, SMGWs, die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert werden, nach international gebräuchlichen Common Criteria for Information Technology Security Evaluation (CC) und umfangreichen nationalen Vorgaben.

Die gewerblich Wohnungswirtschaft kann z.B. mit SMGWs jetzt noch an Dienstleister vergebene (Heizdaten-) Abrechnungsvorgänge künftig sicher selbst durchführen, inklusive der Datenübernahme in eigene ERP Systeme. Die Fernüberwachung der Verbräuche in Objekten, aber auch der mit Sensorik versehenen Liegenschaften selbst ist nun sicher möglich, ebenso wie Kalenderdienste, Handwerkerkopplung usw. abgesichert digital organisiert werden können.

Spätestens, wenn die Europäische Richtlinie über Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD) in deutsches Recht umgesetzt wird (ab 2020), muss die gewerbliche Wohnungswirtschat eine digitale Infrastruktur einpreisen, mit der Energiemanagement und Energieeffizienzmaßnahmen sicher digital gesteuert werden können und zwar für die Bereiche Raumheizung, -kühlung, Warmwasserbereitung, Lüftung, Beleuchtung und andere gebäudetechnische Systeme.

Das Netzwerk »green with IT« stellte im Rahmen der Halle »Next Generation der IFA 2019 im »e-Haus« des ZVEH und in Vorträgen Praxisergebnisse aus Reallaboren mit hochsicheren digitalen Prozessen über Smart Meter Gateways in Wohnquartieren vor, die im Dialog mit den Technikausschüssen des GdW (Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen) und dessen Landesverbänden ausgewählt wurden.

So stellte die Paradies e.G. Arbeiter Baugenossenschaft Berlin-Bohnsdorf Ergebnisse eines Pilotprojektes mit vier Immobilienpartnern vor, die dem Wohnstandard vieler anderer Wohnungsunternehmen aus den Jahren 1930 bis 1980 entsprechen. Im Pilotprojekt wurden je bis zu 20 Prozent der Heizkosten und 11 Prozent der Stromkosten eingespart, wobei eine selbstlernende (enocean-)Einzelraum-Regelung, die ohne Programmierung von Technikern installiert werden kann, den Bewohnern jegliches Optimierungs-Gefummel erspart. »Prosumer« muss man zum Leben mit dieser Technik nicht sein. Die Bewohner behalten das bekannte Thermostat und müssen nur die gewünschte Temperatur einstellen, den Rest regelt das System.

In einem weiteren Piloten vernetzte die ABG Paradies 22 Mietparteien, deren Strom- und Wärmeverbrauchsdaten über WMBUS bzw. PLC im Gebäude an ein SMGW geleitet wurden, das die Daten verschlüsselt an den Versorger, bzw. zur Auswertung weiterleitete. Mit der Software wurde für Vermieter (B2B) und Mieter (B2C) eine professionelle Management Lösung, inklusive individueller, remote-Visualisierung der Verbräuche geschaffen, mit der Energieeffizienz-Potentiale und –Prozesse angestoßen und gesteuert werden können. Vom Einzelraum bis zu den hochaggregierten Daten pro Objekt beim Vermieter oder weiteren Stakeholdern wurden hier skalierbare, sichere Prozesse eingeleitet.

Neben dem Verzicht auf Fremddienstleister zur Erhebung warmer Betriebskosten gewann die ABG so den Einstieg in ein (mit nach Bedarf nachzurüstender Technik erweiterbares) Gebäudemonitoring. Für kommende Energiespar-Anforderungen durch die EPBD-Richtlinie oder das Gebäude Energie Gesetz (GEG) ist die Infrastruktur dank der Controllable Local Systems Schnittstelle der SMGWs gerüstet.

Die Netcom Connected Services GmbH referierte, wie künftig (funkende) Flurlampen telemetrische Sammelpunkte zur sicheren Anbindung peripherer Anlagen, Sensoren und Aktoren werden können. Eingriffe in die Bausubstanz werden vermieden, eventuelle Installationen sind mit Modernisierungsmaßnahmen für z.B. LED-Austausch kombinierbar. Strom-, Wasser-, Gas- und Wärme-Zähler, Rauch- und Leckage-Melder lassen sich anschließen, Handwerker-Prozesskopplungen und technische Gesundheitsdienste integrieren.

Der Hintergrund: Die (im Ausland bereits weit verbreitete) neue Generation der Stromleitungs-geführten Powerline Communication (PLC) nach dem G.hn-Standard erlaubt bei Gewährleistung hoher (künftig auch BSI-konformer) Datensicherheits-Standards sehr hohe Datendurchsatzraten. Damit bietet sich das bereits vorhandene Stromnetz im Gebäude als Highway für alle gebäuderelevanten Datenübertragungsprozesse an. Mit gewährleisteter Datensicherheit treten endlich wieder für Gebäudewirtschaft und Mieter durch IT mögliche betriebskostensparende und effizienzsteigernde Prozesse in den Mittelpunkt der Debatte.