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Voraussetzungen erfüllt: Das BSI gibt den Startschuss für den Smart Meter Rollout

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) veröffentlichte die sogenannte „Marktanalyse zur Feststellung der technischen Möglichkeit zum Einbau intelligenter Messsysteme (iMSys) nach § 30 MsbG“. Mit ihr beginnt der flächendeckende Einbau von iMSys in Deutschland.

Energiemanagement Bildquelle: © Fotolia, urbans78

Für die Digitalisierung der Energiewende ist der Rollout hochsicherer Plattformen wie des Smart Meter Gateways eine unabdingbare Voraussetzung.

Totgesagte leben länger: Nachdem gut ein Jahrzehnt über die Einführung intelligenter, digitaler Messsysteme in Deutschland debattiert wurde, hat das BSI heute die zweite, noch fehlende Voraussetzung für deren flächendeckenden Rollout geschaffen: Es hat die sogenannte „Markterklärung“ nach § 30 Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) veröffentlicht. Diese stellt fest, dass die technischen Möglichkeiten des Einbaus von iMSys in Deutschland vorliegen, damit die grundzuständigen Messstellenbetreiber ihre Pflichten auch erfüllen können.

Die erste Voraussetzung war die Zertifizierung von drei intelligenten Messsystemen (digitaler Zähler und Smart Meter Gateway), dreier voneinander unabhängiger Hersteller durch das BSI, die bereits im vergangenen Dezember mit der Zertifizierung des SMGW der EMH Metering GmbH & Co. KG vorlag. Die ersten beiden zertifizierten iMSys stammten von der Power Plus Communications AG (PPC) und von Sagemcom Dr. Neuhaus.

Die Marktanalyse konstatiert einen genügenden Stand der Umsetzung der BSI-Standards sowie der eichrechtlichen Anforderungen über die Wertschöpfungskette, bestehend aus Messeinrichtung, Smart-Meter-Gateway, Gateway-Administrator und Backendsysteme hinweg.

Ingo Schönberg, Vorstandsvorsitzender von PPC, freut sich: „Lange haben wir auf den Tag der Markterklärung hingearbeitet. Als erster Hersteller mit zertifiziertem Gateway konnten wir bereits im letzten Jahr mit einem Großteil der Energieversorger in den Rollout starten. Stand heute sind unsere zertifizierten SMGWs bei fast 50 Messstellenbetreibern im Einsatz. Das Metering mit einfachen und komplexeren Tarifen funktioniert ebenso wie Submetering oder das Steuern von Erzeugungsanlagen und §14a-Anwendungen über eine Steuerbox. Parallel haben wir bereits neue Anwendungs-Features und TAFs entwickelt, die in Kürze mit der ersten Rezertifizierung zur Verfügung stehen.“

Peter Heuell, Geschäftsführer der EMH metering GmbH erklärt: „Endlich fällt der Startschuss, um die Infrastruktur für ein digitales Energiesystem auszurollen. Wir bedauern, dass die Aufgabe des Schaltens von EEG-Anlagen es nicht in die erste Runde des Rollouts geschafft hat. Das EEG muss jetzt schnell angepasst werden, damit Smart Meter diese wichtige Aufgabe erfüllen können. Technisch sind sie dazu längst in der Lage. Entscheidend ist, dass Messstellenbetreiber jetzt leistungsstarke Geräte einbauen, mit denen sie dann langfristig für neue Geschäftsmodelle gerüstet sind. Gleichzeitig müssen die Standards geschaffen werden für weitere Anwendungen, wie die E-Mobility.“

In Etappen werden bis 2032 in Deutschland jetzt flächendeckend digitale Stromzähler und Gateways ausgerollt. Dies sind einerseits sogenannte “moderne Messeinrichtungen”, also digitale Zähler ohne Kommunikationsschnittstelle (Gateway) und “intelligente Messsysteme” (iMSys), digitale Stromzähler mit Kommunikationsschnittstelle/ Gateway. Letztere sind fernablesbar und ab jetzt verpflichtend für Verbraucher mit einem Stromverbrauch über 6.000 kWh/Jahr und für Erzeuger mit einer EEG/KWK-Anlage größer 7 kWp bis 100 kWp Leistung vorgeschrieben. Größere Anlagen werden wegen der technisch aufwändigeren Umstellung des Einspeisemanagements per Rundsteueranlagen später folgen.