Lorenz GmbH & Co. KG

Innovationspreis für Hersteller smarter Wasserzähler

06. April 2020, 16:27 Uhr   |  Hagen Lang

Innovationspreis für Hersteller smarter Wasserzähler
© Lorenz GmbH & Co KG

Mit der Verleihung des „Deutschen Innovationspreises für Klima und Umwelt“ (IKU) durch das Bundesumweltministerium und den BDI an den Messtechnikhersteller Lorenz für die intelligent vernetzte Produktion seines smarten Wasserzählers, dürfte Lorenz das meistgeehrte Unternehmen der letzten Jahre sein.

Es ist nicht leicht, bei den vielen Ehrungen der Lorenz GmbH & Co. KG in jüngster Zeit den Überblick zu behalten: der „Industrie 4.0-Preis“ der Baden-Württembergischen Allianz Industrie 4.0, der EU MOVECO Innovation Award 2019, das „Projekt Nachhaltigkeit 2019“ des Rates für Nachhaltige Entwicklung (RNE), der Umwelttechnikpreis des Landes Baden-Württemberg sowie mehrere Auszeichnungen für Technik und digitale Strategie von Verlagen und Verbänden wurden jetzt gekrönt, von der Verleihung des „Deutschen Innovationspreises für Klima und Umwelt“ durch das Bundesumweltministerium (BMU) und den Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Vor 15 Jahren arbeitete das Unternehmen noch als ländliches, kleines Familienunternehmen, das sich unter dem Kostendruck der Globalisierung zur Einleitung radikaler Schritte veranlasst sah: Technologie und Nachhaltigkeit wollte man real verbinden, um Alleinstellungsmerkmale gegenüber anderen Anbietern mit oft internationaler Fertigung und daraus resultierenden Kostenvorteilen zu entwickeln, und dabei soviel wie möglich auf moderne Technik zurückgreifen.

Kreislaufwirtschaft

Dazu gehört das hauseigene Kreislaufwirtschaftssystem, in dessen Rahmen Smart Meter von vornherein für die Wiederverwendung über mehrere Produktlebenszyklen hinweg entwickelt werden. Nach Nutzung und eichbedingtem Austausch nimmt Lorenz die Messgeräte zurück, um sie wiederaufzubereiten und ganz oder komponentenweise in den Produktionsprozess zu reintegrieren. Dadurch werden jedes Jahr hunderte Tonnen Rohmaterial und Millionen Kilowattstunden elektrische Energie eingespart. Laut Unternehmen kann es nicht trotz, sondern gerade wegen überlegener Produkteigenschaften und geschlossener Stoffkreisläufe wettbewerbsfähige Preise erzielen.

Dass man die Produktion in Deutschland gehalten, und nicht ausgelagert, sondern auf 170 Mitarbeiter erweitert hat, führt man am Firmenstandort Schelklingen auch darauf zurück, dass man seine wirtschaftliche Entwicklung weitestgehend vom Ressourcenbedarf entkoppelt hat. In der Begründung zur Verleihung des IKU heißt es:

„Die Lorenz GmbH & Co. KG aus Schelklingen stellt in ihrer intelligent vernetzten Fabrik smarte Wasserzähler her, für die eine 100-prozentige Wiederverwendung über mindestens zwei Produktlebenszyklen hinweg sichergestellt wird. Das verringert den Energie- und Ressourcenaufwand und ermöglicht eine echte Kreislaufwirtschaft.“

Smart Meter

Dabei spielt die Digitalisierung eine wichtige Rolle, einerseits in den Produkten, von denen der Funk-Hauswasserzähler „Green Smart Meter“ den Umwelttechnikpreis Baden-Württemberg erhielt. Die Funkablesung alleine bringt für Kunden, Versorger und Messstellenverantwortliche schon erheblich einfachere Prozesse, spart Zeit und Ressourcen. Auch aus der Produktion, die als vorbildliche „smarte“ Fertigungsstätte (natürlich) auch schon einen Preis erhalten hat, ist die Digitalisierung nicht mehr wegzudenken. Im digitalisierten Produktionssystem für Smart Meter werden Intelligente Messgeräte individualisiert und kosteneffizient hergestellt. Steigende Variantenvielfalt und unterschiedliche Systemanforderungen werden durch Integration von IT und Automation beherrschbar und spezielle Kundenanforderungen zu wirtschaftlichen Konditionen realisierbar.

Smart Factory

Ein Zähler durchläuft über zwanzig verschiedene Prozessschritte von der Montage der Hydraulik über die Programmierung der Platinen und schrittweisen Komplettierung bis hin zur abschließenden Kalibrierung, Einzelprüfung und schließlich versandfertigen Verpackung. Hierbei spielen virtuelle und reale Module und Produktionselemente zusammen: Physische Komponenten werden als „Digital Twin“ abgebildet. Daten aus allen Produktionsbereichen von der Fabrik-, Jahres- und Produktionsplanung über die Arbeitsvorbereitung und Teilebearbeitung bis hin zur Prozesssteuerung und Logistik werden verfügbar gemacht und genutzt. Die Auftragsverfolgung findet in Echtzeit statt. Angeschlossen ist ein neues Zentrallager mit just-in-time Direktbelieferung, von der Kunden zeitlich profitieren. Ein Mittelständler, der den Sprung zu digitalen Produkten und von der manuell geprägten in die digitale Fertigung schafft: Das ist Industrie 4.0 in Reinkultur.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Jetzt auch für Smart Meter bei 434 MHz
KiwiOS spielt mit Smart Meter Gateways zusammen
Rollout bei Haushaltskunden beginnt
Digitale Funkwasserzähler für Zweckverbände

Verwandte Artikel

NoName Company