bitkom-Umfrage

Internet-Unternehmen könnten Strommarkt aufmischen

3. Februar 2017, 13:35 Uhr | Hagen Lang
Umfrage
© bitkom

Ist die Energiebranche die Telekombranche von morgen? Das glaubt zumindest der Branchenverband bitkom nach einer Umfrage unter Stromkunden. Von denen könnten sich viele vorstellen, ihren Strom auch von einem »Internet-Unternehmen« zu beziehen.

Bei der Vorstellung der Ergebnisse des Forschungsprojektes »Modellstadt Mannheim« 2013 sagte ein Telekom-Manager den anwesenden Energieversorgern voraus, sie seien die Telekom-Branche von morgen. Sie seien dazu verurteilt sich durch Preiskämpfe, Incentives und Spielchen auf Online-Preisvergleichsportalen voneinander zu differenzieren.

Natürlich erntete er Hohn und Spott von den Anwesenden. Tatsächlich ist solch eine Entwicklung nicht mehr unwahrscheinlich, glaubt man einer Umfrage des Branchenverbandes bitkom unter Stromkunden.

Während 72 Prozent der 1008 repräsentativ Befragten Wert darauf legen, Strom von einem bekannten Anbieter zu beziehen, können sich aus der Altersgruppe der 18-29-Jährigen schon 47 Prozent prinzipiell auch vorstellen, ihren Strom von einem »Internet-Unternehmen« zu beziehen. Bei den Älteren sind es etwa 10 Prozent weniger, bei den »Rentnern« nur noch 16 Prozent.

»Strom ist heute vor allem Vertrauenssache«, sagt bitkom-Vizepräsident Ulrich Dietz. »Es zeichnet sich jedoch ab, dass der Markt künftig stärker in Bewegung gerät.« Dietz weiter: »Die Digitalisierung der Energienetze ist nicht nur eine Chance, unseren Strommarkt effizienter und ökologischer zu gestalten oder Kosten zu sparen. Wir haben darüber hinaus die Möglichkeit, eine wichtige Leitbranche in Deutschland zukunftsfähig zu machen und müssen dafür sorgen, dass unsere heimischen Unternehmen internationale Leitanbieter auf dem Weltmarkt bleiben oder werden«.

Die hier von Dietz unterstellten Geschäftsmodelle durch technische Innovationen wie flexible Stromtarife, intelligente Stromzähler und smarte Elektrogeräte müssen allerdings erst vom Gesetzgeber durch ein umfangreiches Verordnungswerk vorbereitet und ermöglicht werden. Die bloße technische Möglichkeit ist im Juristenparadies Deutschland noch kein Garant für eine praktische Durchführbarkeit.

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