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Latenzzeit-Messung für intelligente Messsysteme

27. April 2017, 10:41 Uhr   |  Nicole Wörner

Latenzzeit-Messung für intelligente Messsysteme
© PTB

Intelligentes Messsystem aus Smart Meter Gateway und mehreren angeschlossenen Elektrizitätszählern

Wissenschaftler der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) haben eine rückführbare Messmethode entwickelt, die die zeitlichen Verzögerungen bei der Messung und Übertragung von Energiewerten mit intelligenten Messsystemen erfasst.

Zukünftig sollen elektronische Energiezähler in Haushalten und Unternehmen einheitlich und sicher mit der Außenwelt kommunizieren. Dies geschieht über Smart-Meter-Gateways. Beide Komponenten – Elektrizitätszähler und Smart-Meter-Gateway – bilden zusammen ein intelligentes Messsystem. Es garantiert, dass kein Unbefugter an private Daten gelangt, Energiemengen richtig erfasst und korrekt abgerechnet werden. Datenschutz, Datensicherheit, Interoperabilität und Messrichtigkeit sind die wichtigsten Schlagworte. 

In verschiedenen Konformitätsbewertungsverfahren…

...wird geprüft, ob alle Bestandteile des intelligenten Messsystems den Anforderungen des Mess- und Eichrechts entsprechen. Besonderes Augenmerk liegt auf der korrekten zeitbasierten Tarifierung der Energie, denn für die Stromabrechnung ist es wichtig, wann genau wieviel Energie verbraucht wurde. 

Die PTB hat nun eine rückführbare Messmethode entwickelt,…

...die die zeitlichen Verzögerungen bei der Messung und Übertragung der Energiewerte bestimmt. 

So fordert die PTB-Anforderung PTB-A50.8 beispielsweise, dass bei der Registrierung von Zählerständen durch das Smart-Meter-Gateway das Zeitintervall zwischen zwei Registrierzeitpunkten um nicht mehr als 1 % variieren darf. 

Für die in der Elektrizitätsmessung gebräuchlichste Periodenlänge von 15 Minuten entspricht dies einer maximalen Toleranz von 9 Sekunden. 

Die Energiewerte werden vom Energiezähler gemessen…

...und in digitale Informationen gewandelt. Die entsprechenden Uhrzeiten werden jedoch erst im Smart-Meter-Gateway als Stempel angefügt. Dies erfordert, dass die im Gateway eintreffenden Messwerte weder im Zähler, noch auf dem Transport zu sehr verzögert wurden.  

Für diese sogenannte Latenz zwischen analogen Eingangsgrößen am Zähler und der digitalen Bereitstellung am Smart Meter Gateway fordert die PTB einen Wert von maximal 2 Sekunden. Diese Latenzzeit muss künftig im Rahmen der nationalen Konformitätsbewertung jedes modernen elektronischen Zählers beurteilt werden. 
 

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