Stadtwerke München

Smart Meter regeln Power-to-Heat-Systeme

01. Juli 2020, 16:03 Uhr   |  Hagen Lang

Smart Meter regeln Power-to-Heat-Systeme
© Stadtwerke München GmbH

75 Münchner Wohnungen mit Speicherheizungen oder Wärmepumpen wurden mit moderner Fernsteuertechnik ausgestattet. Sie erbringen als Power-to-Heat-Anlagen Flexibilität und werden neuerdings über Smart Meter Gateways gesteuert.

Im Projekt wurden bislang unterschiedliche Fernsteuertechniken überprüft und die Prozesskette, von der täglichen Optimierung über die Fahrplanerstellung und -übermittlung bis zur Anlage getestet. Seit neuestem kommen bei der täglichen Bewirtschaftung intelligente Messsysteme (iMSys), bestehend aus modernen Messeinrichtungen (digitalen Smart Metern) und Smart Meter Gateways mit Zusatzmodul bzw. Steuerbox in den Testhaushalten zum Einsatz.

Seit Jahren betreiben die Stadtwerke München (SWM) ein Virtuelles Kraftwerk (VKW), das stetig ausgebaut wird und in dessen Umfeld nun ein zentrales Optimierungssystem für die Power-to-Heat-Anlagen etabliert wurde.

„Die Umsetzung der Steuerfunktion mit dem intelligenten Messsystem ist ein Meilenstein des Projekts“, sagt Barbara Kern, technische Projektleiterin für C/sells bei den SWM. „Auf Basis der Erfahrungen der Prototypen ist es uns nun möglich, Schnittstellen zu optimieren und Erkenntnisse zur massenfähigen Umsetzung zu sammeln.“

Das zentrale Optimierungssystem in der VKW-Umgebung besteht aus einem Optimierungskern, einer Zeitreihendatenbank und einer Zwischenschicht, die als Kommunikationsdrehscheibe zu den im Test verbauten Feldsystemen fungiert. Hier werden Fahrpläne mit Leistungswerten in binäre Zeitreihen umgewandelt.

Ab hier erfolgt per Mobilfunkt die Kommunikation und Datenübertragung mit dem Smart Meter Gateway (SMGW) und das Controllable Local Systems (CLS)-Managementsystem. Über die Home Area Network(HAN)-Schnittstelle ist das SMGW mit dem Zusatzmodul, bzw. der Steuerbox verbunden, über die der Steuerbefehl an die Wärmepumpe übermittelt wird. Messwerte erfasst die Messeinrichtung viertelstündlich und übermittelt sie zurück an das Optimierungssystem.

Mit Hilfe historischer Verbrauchswerte und Wettervorhersagen können die Energieeffizienz und der Wärmekomfort in den Gebäuden gesteigert und gleichzeitig die Power-to-Heat-Anlagen so gefahren werden, dass der Anteil erneuerbarer Energien an ihrem Stromverbrauch maximiert wird.

Dr. Florian Bieberbach, Vorsitzender der SWM Geschäftsführung erklärt: „Ich freue mich, dass unser konzernübergreifendes Projektteam unsere Smart Meter Infrastruktur um eine zentrale Funktion erweitern konnte. Das dezentrale Energiesystem lebt von der Verbindung von Plattformen, wie etwa dem Virtuellen Kraftwerk und den intelligenten Messsystemen als Basis für gesteuertes Laden und neue Geschäftsmodelle.“ Das Demonstrationsprojekt „Intelligente Wärme München“ wird im Forschungsverbund „C/sells“ im Rahmen der SINTEG-Initiative der Bundesregierung durchgeführt.

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