PPC und GreenPocket: Kooperationen für Smart Metering/Smart Home

»Smarte Anwendungen müssen sich auszahlen!«

20. November 2012, 13:54 Uhr | Heinz Arnold

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Langfristig geht es Richtung Smart Home

Bezieht sich die Kooperation auf Smart Metering oder erstreckt sie sich auch auf Smart-Home-Anwendungen?

Dr. Goette: Auf Basis der neuen Zähler lassen sich innovative Smart-Home-Anwendungen entwickeln, die großen Mehrwert für den Endkunden schaffen. Zurzeit entwickelt sich ein hoch innovativer Markt für integrierte Lösungen von Smart Metering und Smart Home. Zeitgleich starten immer mehr Versorger Smart-Home-Projekte und bringen erste Produkte auf den Markt. Die Kooperation langfristig auch auf den Smart-Home-Markt auszuweiten, bietet sich daher an.

Die Anforderungen an die Smart Meter dürften demnächst auch in Deutschland fest stehen. Wird dann die Nachfrage einsetzen? Oder wo sehen sie noch Hürden für den Durchbruch von Smart Metering?

Schönberg: Deutschland ist auf einem guten Weg zum flächendeckenden Smart Metering. Der Einbau elektronischer Zähler ist bereits für Neubauten, Generalsanierungen und bei einem Verbrauch von jährlich über 6.000 KWh vorgeschrieben. Es ist zu erwarten, dass nach dem Vorliegen der Ergebnisse der Kosten/Nutzen-Analyse auch in Deutschland ein Stufenplan zum Roll-Out beschlossen wird. Deutschland wird nicht als einzige europäische Nation auf diesen Schritt zur Förderung der Energieeffizienz und des Wettbewerbs verzichten.

Wenn Sie von Smart-Metering-Infrastruktur sprechen, denken Sie dabei auch an die Einbindung von Photovoltaik, Wärmepumpen, KWK und Mini-BHKWs oder neuer Elemente im Niederspannungsnetz wie regelbare Ortsnetzstationen?

Schönberg: Die Kommunikationsinfrastruktur für Smart Metering kann auch für weitere Smart-Grid-Anwendungen genutzt werden. Smart Grids beinhalten eine Vielzahl von Anwendungen wie dezentrale Energieerzeugungsanlagen, regelbare Ortsnetztrafos, aber auch Elektromobilität, Demand-Response und viele andere. Zudem fordern das Schutzprofil und das EnWG einen integrativen Ansatz für Metering und steuerbare Anlagen.

Wäre es nicht sehr wichtig, last- und zeitabhängige Tarife einzuführen, um neue Geschäftsmodelle zu realisieren? Woran liegt es, dass sie noch nicht kommen und was wäre zu tun, um ihre Einführung zu ermöglichen?

Schönberg: Lastvariable Tarife werden seit 2010 eingeführt. Es fehlen jedoch ausreichende Anreize für die Endkunden, solche Tarife auch zu nutzen. Es bedarf an Möglichkeiten, die die Einführung schmackhaft machen. An solche Möglichkeiten arbeitet PPC unter anderem im E-Energy-Projekt Modellstadt Mannheim. Hier bekommt ein Energiemanagement-System, der sogenannte Energiebutler, über Breitband-Powerline die tagesaktuellen lastabhängigen Preise und kümmert sich um eine wirtschaftlich sinnvolle Energienutzung. So wird zum Beispiel die Waschmaschine zur günstigsten Tageszeit eingeschaltet. Der Haushaltskunde behält dabei die Oberhand. So ermöglichen die Lastvariablen Tarife Transparenz und Kontrolle über die eigene Energienutzung, ohne jegliche Komforteinbußen. Übergeordnetes Ziel ist dabei weniger ein insgesamt niedrigerer Energieverbrauch, sondern die Lastverschiebung je nach Erzeugungssituation. Die Energie soll also dann stark nachgefragt werden, wenn Wind und Sonne gerade viel davon erzeugen.


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