Einstieg in Chargedot

ABB übernimmt chinesischen Hersteller von Ladestationen

29. Oktober 2019, 08:42 Uhr   |  Heinz Arnold

ABB übernimmt chinesischen Hersteller von Ladestationen
© ABB

Ein Formel-E-Rennwagen an einer Ladestation von ABB.

ABB will 67 Prozent der Anteile von Shanghai Chargedot übernehmen, einem chinesischer Hersteller von Ladesystemen für E-Autos.


Die 2009 gegründete Chargedot New Energy Technology mit Sitz in Shanghai beschäftigt 185 Mitarbeiter und entwickelt AC- und DC-Ladestationen sowie die erforderliche Software. Zum Kundenkreis gehören Anbieter von Elektrofahrzeugen, Betreiber von Ladenetzen und Immobilienentwickler. Zu den Anteilseignern zählt unter anderem SAIC Anyo Charging Technology, eine Tochter von Autohersteller SAIC.

ABB will sich über die Mehrheit an Chargedot den Zugang zu Hardware und Software sichern, die speziell auf die regionalen Erfordernisse zugeschnitten sind. Enge Beziehungen zu Herstellern von E-Autos in China bestehen bereits: ABB Robotics liefert die Roboter für die Fließbänder, auf denen die Elektrofahrzeuge produziert werden.

»Wir werden künftig eng mit SAIC und anderen chinesischen Autoherstellern am Aufbau des chinesischen E-Mobility-Ökosystems zusammen arbeiten, um am Wachstum in diesem Sektor teil zu haben«, sagt  Tarak Mehta, President des Electrification Business von ABB. Umgekehrt könne Chargedot laut CEO Mao Chunhua auf Basis des Engagements den nächsten großen Sprung nach vorne unternehmen, nachdem die Firma sich schon wesentlich am Aufbau der E-Mobilität in China beteiligt hatte.

Tarak Mehta, ABB: »Wir haben jetzt bereits über 6.000 Schnellladestationen in 56 Länder weltweit ausgeliefert. Das Interesse ist sehr groß, denn die lange Ladezeit ist bisher ein Haupthindernis dafür, dass sich Elektroautos auf breiter Front durchset
© WEKA Fachmedien

Tarak Mehta, ABB: »Wir werden künftig eng mit SAIC und anderen chinesischen Autoherstellern am Aufbau des chinesischen E-Mobility-Ökosystems zusammen arbeiten, um am Wachstum in diesem Sektor teil zu haben.«

Die Aussichten sind gut: Die Marktforscher von Grand View Research prognostizieren dem asiatisch-pazifischen Raum die höchsten Wachstumsraten auf dem Gebiet der Ladeinfrastruktur.

ABB räumt der Ladeinfrastruktur im E-Mobility-Umfeld einen hohen Stellenwert ein und sponsert deshalb die ABB FIA Formula E Championship seit Anfang 2018. »Für die E-Mobility kommt es auf die Infrastruktur wie Schnelladestationen an«, erklärte Tarak Mehta damals im Interview gegenüber Markt&Technik.

ABB nutzt die ABB FIA Formula E Championship als globale Plattform, um die für die E-Mobilität relevanten Elektrifizierungs- und Digitalisierungstechniken zu entwickeln und zu testen. »Es geht darum, die Elektromobilität voranzutreiben, um den Verkehr nachhaltiger als bisher zu machen. Das Reglement ist so ausgelegt, dass alle technischen Entwicklungen für die elektrischen Rennwagen sehr schnell und zu vernünftigen Kosten in die Alltagswelt Einzug halten, so dass sowohl die Verbraucher als auch die Gesellschaft insgesamt etwas davon haben«, so Metha.

Das Produktportfolio von ABB erstreckt sich über die gesamte Ladeinfrastruktur bis zu den Energieverteilsystemen. Das Unternehmen hat bisher mehr als 11.000 Schnelladestationen in 76 Ländern verkauft.

In China arbeitet ABB seit 2016 mit BYD und Daimler zusammen. Es liefert die DC-Wallboxes und Energieverteilsysteme, um die E-Autos vom Typ Denza zu laden. Schnelladestationen verkauft ABB auch an E-Auto-Hersteller wie NIO und Netzbetreiber wie BP/ifuel 66.

Die Transaktion soll über die kommenden Monate abgeschlossen werden. ABB erhält die Option, den Anteil über die nächsten drei Jahre weiter zu erhöhen. 

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