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Daten aus dem vernetzten Fahrzeug: Wie innovative Geschäftsmodelle in Gang kommen

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Caruso als erster Schritt zur Datenharmonisierung

Zukünftige Mobilitätsdienstleistungen erfordern Fahrzeuginformationen, In-Vehicle-Daten und Prozessdaten. Bildquelle: © Angela Recino Bewegte Kommunikation

Zukünftige Mobilitätsdienstleistungen erfordern Fahrzeuginformationen, In-Vehicle-Daten und Prozessdaten.

Viele Unternehmen, darunter Fahrzeughersteller und Mobilitätsdienstleister, verstehen zunehmend, dass ihre Daten für andere Unternehmen von Interesse sind und dass der Verkauf von Daten Gewinne steigern kann, während Datenkonsumenten käuflich erworbene Daten und Services für die Erweiterung ihres Leistungsportfolios nutzen können. Dabei sind Daten aus allen Phasen des Lebenszyklus des Fahrzeugs interessant. Anwendungsfälle in der Mobilität beschränken sich nicht nur auf Reparatur und Wartung oder den Vertrieb von Reparatur- und Wartungs-Informationen sowie Teileversorgung, sondern reichen bis in Handel, Flotten-Management, Leasing und Versicherung. Fahrzeugdaten werden damit zu einem Eckpfeiler der Zukunft.

Diese Entwicklung wird disruptive Geschäftsmodelle weiter befördern. Wichtig wird sein, dass der Zugriff auf die Daten aus dem vernetzten Fahrzeug nicht auf die Hersteller beschränkt ist. Im Sinne eines fairen Wettbewerbs müssen alle Marktteilnehmer Zugang zu Daten haben. Aus diesem Grund hat Caruso bereits 2017 den ersten Schritt zur Datenharmonisierung unternommen. Der B2B-Marktplatz für Daten und Dienstleistungen ist der Vermittler von Daten zwischen Datenanbieter und Datenkonsumenten. Die „Delivery Engine“ von Caruso sorgt dafür, dass Daten wie „Kilometerstand des Fahrzeugs mit der VIN XYZ ist 10.382“ vom Datenanbieter an den Datenkonsumenten gelangen kann. Der „Marketplace“ ermöglicht es, dass Angebote, Anfragen und der Ankauf von Daten nutzerfreundlich und gesetzeskonform vonstattengehen kann.

Dem Datenmarktplatz von Caruso liegt ein Datenkatalog zugrunde, der die Datenpunkte systematisch und hierarchisch in Kategorien strukturiert. Dieser Datenkatalog ist der derzeit einzige seiner Art weltweit: Er bietet eine einheitliche Beschreibung aller Datenpunkte, die im Moment als mobilitätsrelevant gelten, darunter Daten rund um das Fahrzeug selbst („Vehicle Information“) wie Marke und Modell, Fahrzeugklasse und deren Eigenschaften, die Bezeichnung von Teilen und Komponenten, Reparatur- und Wartungs-Informationen (RMI), Preisinformationen sowie Logistikdaten. Darüber hinaus umfasst der Caruso-Katalog Daten aus vernetzten Fahrzeugen („In-Vehicle-Daten“). Die Daten stammen entweder unmittelbar aus einem Fahrzeug, aus einem Dongle oder sogar von einem Smartphone. Die Übertragung verläuft entweder über ein Dongle oder über eine eingebaute Netzverbindung zum Backend eines Herstellers oder Dienstleisters. Caruso bezieht die Daten jeweils aus diesen Backends von Herstellern oder Dienstleistern.

Diese Datenpunkte stellen Informationen über den Zustand des Fahrzeugs oder seiner Umgebung, Trace-Daten von Ereignissen innerhalb oder mit Beteiligung des Fahrzeugs sowie historische Ereignisse dar. Außerdem enthält der Caruso-Datenkatalog weitere prozessbezogene Daten wie die übliche Dauer für einen bestimmten Teileaustausch („Process Data“), die von verschiedenen Geschäftsbereichen aus der Automobilbranche stammen.