Sie sind hier: HomeThemenSmart EnergySmart Mobility

Daten aus dem vernetzten Fahrzeug: Wie innovative Geschäftsmodelle in Gang kommen

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Eine Studie zum Datenbedarf für Mobilitäts-Services

In-Vehicle-Daten umfassen vielerlei Aspekte. Bildquelle: © Angela Recino Bewegte Kommunikation

In-Vehicle-Daten umfassen vielerlei Aspekte.

Derzeit umfasst der Caruso-Datenkatalog allein 476 Datenpunkte aus dem vernetzten Fahrzeug, vor Beginn der Studie waren es 301. Aber entsprechen sie dem Bedarf des Mobilitätsdatenmarkts der Zukunft? Welche Relevanz haben sie tatsächlich für die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle? Denn je nach Kontext, Anwendungsfall und Branche kann ein Unternehmen durchaus abweichende Perspektiven auf bestimmte Datenpunkte haben.

Um Antworten auf diese Fragen zu bekommen, hat Caruso 2017 das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software-Engineering IESE mit der Durchführung einer Studie beauftragt. Die Experten für Software-Ecosystems, User Experience, Software-Architektur und Datensicherheit sind seit 2016 ein wichtiger technisch-strategischer Partner von Caruso. Ziel der Studie war es, einen repräsentativen Überblick über den aktuellen Bedarf an Datenpunkten aus dem vernetzten Fahrzeug zu erhalten sowie darüber, welche Daten die Akteure des Mobilitätsdatenmarktes besonders priorisieren und welche Formate gewünscht sind. Darüber hinaus ging es um einen Einblick, wie häufig „In-Vehicle-Daten“ aktualisiert werden sollten.

Zu den befragten Unternehmen zählten Akteure aus der Automobilbranche, darunter Mitglieder der CLEPA sowie andere Partner von Caruso. Mittels eines Fragebogens konnten Unternehmen ihre Erfahrungen zum Datenbedarf sowie konkrete Anforderungen in Bezug auf Priorisierung, Datenqualität und gewünschte Aktualisierungsfrequenz formulieren. Die Experten von Fraunhofer IESE erstellten den Fragebogen, führten die Umfrage durch und analysierten die Ergebnisse. Darüber hinaus stellten sie die Anonymisierung, Vertraulichkeit und Integrität der Daten sicher und dokumentierten die Ergebnisse der Studie. Der Fragebogen war so konzipiert, dass die Unternehmen ihre Geschäftsmodelle nicht offenlegen mussten.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie: Alle 301 Datenpunkte des Caruso-Katalogs wurden von mindestens einem Befragten als notwendig bezeichnet, meistens sogar von mehreren Firmen. Kein Datenpunkt des Caruso-Katalogs wurde als irrelevant klassifiziert. Insgesamt gab es je nach Unternehmen starke Unterschiede in der Anzahl priorisierter Datenpunkte, was angesichts der sehr unterschiedlichen Anwendungsfälle nicht verwunderlich ist. Die Top 3 der wichtigsten Daten, die die Akteure forderten, waren „Aktuelle Fahrzeug-Geschwindigkeit“, „Fahrzeug-Beschleunigung“ und „Aktueller Kilometerstand“. Insgesamt waren die Befunde insofern überraschend, als Experten in Gesprächen vor der Studie stets eher einen kleinen Teil von Datenpunkten nannten, während in der Studie ein sehr breites Interesse an deutlich mehr Datenpunkten bekundet wurde.