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Daten aus dem vernetzten Fahrzeug: Wie innovative Geschäftsmodelle in Gang kommen

Fortsetzung des Artikels von Teil 4.

Schlussfolgerungen für die Praxis

Ergebnisse der Studie: Wie häufig sollten die Daten für welche Aspekte aktualisiert werden? Bildquelle: © Angela Recino Bewegte Kommunikation

Ergebnisse der Studie: Wie häufig sollten die Daten für welche Aspekte aktualisiert werden?

Die Ergebnisse zeigen, dass seitens Mobilitätsdienstleistern ein starkes Interesse an einem qualitativ hochwertigen Zugang zu fahrzeugbezogenen Daten besteht. Anregungen aus der Studie wie neue Anforderungen in Bezug auf das Datenformat sowie zusätzliche Datenpunkte hat Caruso bereits in die Weiterentwicklung des Marktplatzes einfließen lassen.

Mit der aktuellen Studie ist nicht nur klar, welche Daten für Mobilitätsdienstleister am vielversprechendsten sind, wenn es um gewinnorientierte Anwendungsfälle geht. Erstmals wurde auch transparent, welche Aktualisierungsfrequenzen die Akteure des Mobilitätsdatenmarktes tatsächlich erwarten. Weil die derzeit verfügbaren Mobilfunkverbindungen diese kurzen Latenzen nicht vollumfänglich ermöglichen, sind neue Konzepte der Datenvorverarbeitung und der Datenübertragung erforderlich. Klar ist, dass noch erhebliche technische Investitionen anstehen, um die nötige Infrastruktur dafür zu schaffen.

Darüber hinaus dürfte an einer Open Telematics Platform, die einen direkten Zugang zu Fahrzeugdaten („In-Vehicle-Daten“) ermöglicht, kein Weg vorbeiführen. Die aktuelle Architektur des Extended-Vehicle-Standards (ISO 20078) verhindert zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen neutralen, unabhängigen Zugriff durch einen breiten Anwenderkreis. Nur ein Konzept der konfigurierbaren Daten(vor)verarbeitung im Fahrzeug – das es derzeit noch nicht gibt – könnte helfen, diesen Engpass zu beheben. Bis dahin dürften Unternehmen auf dem Markt für Mobilitätsdienstleistungen möglicherweise nicht in der Lage sein, bestimmte Dienstleistungen anzubieten. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Viele Anwendungsfälle, die Daten aus dem Fahrzeug benötigen, um Dienstleistungen zu erbringen oder eine technische Überwachung durchzuführen, sind auf neueste Datenwerte angewiesen. Historische Daten dagegen sind meist in der Qualitätssicherung sowie bei vorausschauenden Diensten erforderlich. Diese Daten werden zurzeit weder gesammelt noch bereitgestellt.

Caruso betrachtet die Ergebnisse der Studie sowohl als Beitrag zur politischen Diskussion als auch als Initialzündung zur Weiterentwicklung der B2B-Plattform, um die Plattform, also „Marketplace“ und „Delivery Engine“, auf die nächste Stufe zu heben. Wer seine bisherigen Praxis-Erkenntnisse und Anforderungen rund um datengetriebene Geschäftsmodelle mit der Caruso GmbH teilen will, kann dies per E-Mail an hello@caruso-dataplace.com tun. Hier geht's zum Download der vollständigen Studie: http://www.caruso-dataplace.com/datastudy.

Dr. Jens Knodel ist Head of Platform Engineering bei der Caruso GmbH, Eduard C. Groen ist Engineer beim Fraunhofer IESE, und Dr. Matthias Naab ist dort Head Architecture-Centric Engineering.