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Komplexe Vorgaben: Was Stromtankstellen in Deutschland so kompliziert macht

Fortsetzung des Artikels von Teil 3.

… zur Messkapsel

Nun ist MID gewissermaßen eine alte Richtlinie. Sie enthält Vorschriften fürs Messen und Anzeigen, aber keine für die Datenübertragung. Da personenbezogene Daten bei der Abrechnung eine Rolle spielen, deren Behandlung die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) reguliert, werden sie vor der Übertragung mittels eines Krypto-Controllers digital signiert und verschlüsselt. So sollen die Manipulation der Abrechnung und der Datenzugriff durch Unbefugte ausgeschlossen werden – eine Forderung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zum Schutz der Bürger.

Die Komponenten Stromzähler, RFID-Einheit, Laderegler, Display und Krypto-Controller kauft der Anbieter von Ladesäulen von unterschiedlichen Herstellern; sie werden in einer sogenannten Messkapsel zusammengefasst. Dass sie regelkonform arbeitet, ist mit einer Baumusterprüfbescheinigung der PTB nachzuweisen. Nach der Prüfung wird die Messkapsel geschlossen und verplombt, damit jegliche Manipulation ausgeschlossen werden kann. Bei jeder Änderung an einem der Bestandteile, sei es auch nur durch ein Firmware-Update, ist eine erneute Abnahme der Messkapsel erforderlich. Vergleichbar ist sie mit dem Haushaltszähler im Keller, bei dem es sich inklusive der Zuleitungen ebenfalls um ein geschlossenes System handelt.