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Komplexe Vorgaben: Was Stromtankstellen in Deutschland so kompliziert macht

Fortsetzung des Artikels von Teil 4.

Die Umstellung auf eichrechtskonforme Abrechnung

Angesichts der skizzierten Komplexität war es bislang lediglich einem Teil der Hersteller möglich, eine Baumusterprüfbescheinigung für ihre öffentlichen Ladepunkt-Lösungen zu erhalten und damit die Bescheinigung, dass sie allen mess- und eichrechtlichen Anforderungen genügen und einen für den Kunden transparenten und nachvollziehbaren Lade- und Abrechnungsvorgang gewährleisten.

Inzwischen jedoch nimmt, nahezu im Wochentakt, die Zahl der zertifizierten Ladesäulen zu. Ursprünglich sollte die Umrüstung per 1. April dieses Jahres vollzogen sein, wurde jedoch aus technischen Gründen vorerst verschoben, um zu verhindern, dass im Ladestellennetz Lücken durch die Abschaltung nicht konformer Ladesäulen entstehen.

Dennoch sind mit der Baumusterprüfbescheinigung nicht alle Probleme im Zusammenhang mit Ladestationen gelöst. Außer MID-konformen Zählern, PTB-konformen Mess- und Abrechnungsverfahren, BSI-konformer Datenübertragung sind weitere technische Herausforderungen zu meistern.

Eine davon betrifft das Energiemanagement, das beispielsweise in einem Parkhaus mit mehreren Ladestationen die Verteilung der verfügbaren Leistung auf die einzelnen Fahrzeuge reguliert und dabei Batterien mit dem niedrigsten Ladestand priorisiert. Zudem müssen die Anbieter von Ladesäulen mit ihrem Netzbetreiber klären, ob er die für deren Betrieb erforderliche Leistung bereitstellen kann. Der Umstieg von fossiler zur Elektromobilität geht daher in Deutschland leider nur in Trippelschritten voran.