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Doppelseitige Sintertechnik: Semikron gibt klares Commitment zu E-Mobility ab

Schon seit 2008 liefert Semikron Industriemodule für den Automotive-Markt und fertigt komplette Inverter für Nutzfahrzeuge. Heute bekennt sich das Unternehmen ausdrücklich zu seinem weiteren Engagement im Automotive-Markt.

Markt&Technik Bildquelle: © Markt&Technik

Karl-Heinz Gaubatz, Semikron: »Semikron hat ein klares Commitment zum Automotive-Markt und speziell zu E-Mobility abgegeben. Mit unseren doppelseitig gesinterten Modulen werden wir ab 2023 eine wichtige Rolle bei der Markteinführung der Elektroautomobile der 3. Generation spielen.«

»Wir haben ein hartes Commitment für den Automotive-Markt, wir haben ein Programm, es gibt einen klaren Zeitplan und wir investieren entsprechend, um für die erwarteten Bedarfe gerüstet zu sein«, beschreibt Karl-Heinz Gaubatz die Entwicklung am Standort Nürnberg, seit er im Sommer letzten Jahres neben seiner CTO-Tätigkeit auch die Aufgabe des CEO bei Semikron übernahm.

Als Manager mit jahrzehntelanger Erfahrung im Automobil- und Automotive-Bereich hat er zusammen mit seinen Geschäftsführer-Kollegen (COO Bernd Enser, CFO Matthias Greiner, CSO Peter Sontheimer) eine Mittelfristplanung ausgearbeitet, die den Aufsichtsrat überzeugte. Dieser hat den Plänen zugestimmt und auch die notwendigen Investitionsmaßnahmen abgesegnet. Jährlich soll etwa ein Zehntel des Umsatzes in die Modernisierung und den Ausbau der Produktionskapazität fließen. Im laufenden Jahr werden es nach seiner Auskunft über 50 Millionen Euro sein.

»Semikron ist ein überaus erfolgreiches mittelständisches Unternehmen, aber wir müssen jetzt die Weichen für die Zukunft stellen, um weiterhin global wettbewerbsfähig zu sein«, so Gaubatz. Semikrons klares Bekenntnis zum Automotive-Markt ist in erster Linie ein Eintreten für den Elektroantrieb. »Jetzt ist die Zeit, um einen mutigen Schritt nach vorne zu setzen«, versichert der Unternehmenschef. »Das elektrische Fahren wird weltweit durch gesetzliche Vorgaben zum Emissionsschutz vorangetrieben, die Automobilhersteller werden regelrecht in diese Technologie gezwungen.«

Aktuell beträgt der Umsatzanteil des Automotive-Segments bei Semikron nach Auskunft von Peter Sontheimer, Chief Sales Officer, rund 13 Prozent. Im letzten Geschäftsjahr betrug der Semikron-Umsatz 533 Millionen Euro, für das laufende Jahr erwartet man in Nürnberg einen Umsatz in der Größenordnung von rund 500 Millionen Euro. »Aktuell sind wir mit unseren doppelseitig gesinterten SKIN-Modulen in der zweiten Generation der Elektrofahrzeuge vertreten. Das SKIN-Engagement ist dabei exklusiv an einen Partner gebunden. Eine Bindung, die noch bis 2021 andauert. Dazu kommen die SKAI-HV-Komplettumrichter für den Nutzfahrzeugbereich, aber auch Standardmodule aus dem Industriebereich werden in Automotive-Applikationen eingesetzt.«

Von diesen hat Semikron inzwischen bereits kumuliert mehr als 100.000 Stück verkauft. Diese High-Voltage-Lösungen mit bis zu 900 V Batteriespannung werden nicht nur in Elektrobussen, sondern in allen Arten von Nutzfahrzeugen eingesetzt. Inzwischen darf Gaubatz auch offiziell den SKAI-Serieneinsatz im eCitaro von Mercedes und im Elektrobus von Volvo bestätigen. Auf starkes Interesse stieß über die Jahre auch der Low-Voltage-SKAI. Er kommt beispielsweise in den Gabelstaplern von Kion zum Einsatz und ist ebenfalls geeignet zur Niedervolt-Mild-Hybridisierung von Fahrzeugen für P1-, P2-, P3- und P4-Architekturen. Wie Gaubatz bestätigt, wird nach mehr als zehn Jahren SKAI-Erfahrung inzwischen an einem SKAI-HV+ gearbeitet.

Wirklich massiv zum Unternehmensumsatz beitragen wird das Automotive-Segment jedoch erst ab 2025. »Wir erwarten dann ein Umsatzvolumen von über 200 Millionen Euro in diesem Bereich«, erläutert Sontheimer. »300 Millionen sollen es 2026 und 400 Millionen Euro oder mehr im Jahr 2028 sein.« Gleichzeitig würde das bedeuten, dass sich der Gesamtumsatz des Unternehmens in den nächsten sechs bis sieben Jahren fast verdoppelt. Rückgrat des Automotive-Geschäfts werden dann die doppelseitig gesinterten Module sein. 2018 sind dafür die neuen Produktionshallen fertiggestellt worden und derzeit entstehen in diesen Gebäuden die Produktionslinien.

Gaubatz ist zuversichtlich, dass sich die Pläne erfolgreich am Markt umsetzen lassen: »Wir beliefern bereits unsere Kunden mit Prototypen und stehen in entsprechenden Verhandlungen mit Kunden nicht nur in Europa, sondern auch in Asien. Und wir sind überzeugt davon, mit unserer doppelseitigen Sintertechnik Kunden im Hinblick auf Performance, Zuverlässigkeit und Package-Technologie hier wirklich einen technologischen Marktvorsprung bieten zu können.«