Statistik in Zeiten von Corona

Autoabsatz bricht ein, Zulassungsrekord bei Elektromobilen

17. April 2020, 17:13 Uhr   |  Hagen Lang

Autoabsatz bricht ein, Zulassungsrekord bei Elektromobilen
© VDA

Als Mitgrund für die anhaltenden Zulassungsrekorde bei Elektromobilen sieht VDA-Präsidentin Hildegard Müller die "im vergangenen Jahr auf den Weg gebrachte neue Steuerregelung", die Flottenbetreibern Planungssicherheit gibt.

Laut Kraftfahrtbundesamt wurden im März 10.329 Elektroautos zugelassen, ein Plus von 56 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Dazu kamen noch 9.426 Plug-In-Hybride (+ 208 % gegenüber März 2019). Insgesamt schrumpfte der Automarkt in Deutschland aber um 38 % und brach auch international ein.

Im Ersten Quartal wurden 52.449 Elektrofahrzeuge zugelassen, ein Anstieg um 125 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2019. Diese setzen sich zusammen aus 24.975 reinen Elektrofahrzeugen (Battery Electric Vehicles, BEV) und 26.419 Plug-In-Hybriden. Der Anteil von Elektrofahrzeugen am Gesamtmarkt betrug damit 7,5 Prozent.    

Reinhard Zirpel, Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) erklärte dazu: „Der Boom bei Elektrofahrzeugen hält vorerst an. Im März hat der höhere Umweltbonus zum ersten Mal seine Wirkung voll entfaltet. Der starke Zuwachs sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Corona auch auf die Elektromobilität auswirken wird. Die Krise könnte die bisherige Dynamik zumindest teilweise abbremsen.“    

Die gesamte Nachfrage nach Fahrzeugen mit alternativen Antrieben hat im März ebenfalls stark angezogen: 39.673 neue Pkw mit alternativen Antrieben wurden zugelassen, dazu zählen neben Elektrofahrzeuge auch Hybride ohne Stecker, sowie Mild-Hybride (48 Volt) und Gas-Pkw. Der Zuwachs beträgt 55 Prozent. Seit Jahresbeginn waren es 117.884 Einheiten. Damit erreichten Autos mit alternativen Antrieben im ersten Quartal einen Anteil am Gesamtmarkt von 16,8 Prozent, nach knapp 9 Prozent im Jahr 2019. Seit Jahresbeginn sind außerdem 2.137 neue CNG-Autos auf die Straßen gefahren. Mehr als drei Viertel der Fahrzeuge stammen von internationalen Herstellern (76 Prozent).    

“Die Automobilindustrie hat derzeit eine beispiellose Herausforderung zu meistern”, fasst VDA-Präsidentin Hildegard Müller die Gesamtentwicklung zusammen. In Europa (EU27 & EFTA & UK), China und Indien hat sich der Pkw-Absatz im März jeweils halbiert. In den USA und Brasilien ging es ebenfalls deutlich zweistellig abwärts. Lediglich in Japan blieb das Minus einstellig. Europa verzeichnete im März gegenüber dem Vorjahresmonat ein Minus von 52 Prozent (853.100 Neuzulassungen). Am stärksten brach der Absatz in Italien ein (-82 %), gefolgt von Frankreich (-72 %) und Spanien (-69 %), Deutschland verzeichnete ein Minus von 38 % bei Neuzulassungen. Im gesamten ersten Quartal schrumpfte der Neuwagen-Absatz in Europa insgesamt um 26 % gegenüber dem Vorjahresquartal.    

Um 51 % sanken in Indien im März die PKW-Neuzulassungen, um 48 % in China, gefolgt von den USA (-46 %), Brasilien (-22 %) und Japan (-9 %). Nur in Russland wurden mit 398.500 Neufahrzeugen 2 % mehr Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum verkauft.    

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