Klimafreundlich unterwegs

Bahn testet Batteriezug in Bayern

7. Februar 2022, 8:21 Uhr | Heinz Arnold
Der neue Batteriezug von Alstom verkehrt ab sofort bis Mai dieses Jahres im Testbetreib zwischen Gunzenhausen und Pleinfeld im Bayerischen Seenland. 
Der neue Batteriezug von Alstom verkehrt ab sofort bis Mai dieses Jahres im Testbetrieb zwischen Gunzenhausen und Pleinfeld im Bayerischen Seenland. 
© DB Regio

Zum ersten Mal fährt in Bayern ein klimafreundlicher Batteriezug von Alstom. Er ist für kurze Strecken mit nicht elektrifizierten Abschnitten optimiert.

Der batteriebetriebene Zug wird auf der Strecke zwischen Gunzenhausen und Pleinfeld fahren. Bis Anfang Mai dieses Jahres soll der Test dauern. 

»Wir wollen als Deutsche Bahn bis 2040 klimaneutral sein. Mit dem ersten Batteriezug im Kundenbetrieb gehen wir nun im Regionalverkehr den nächsten großen Schritt auf dem Weg zu einer emissionsfreien Bahn in Deutschland. DB Regio will mit diesem Test Praxis-Erfahrungen sammeln, um diese Zukunftstechnologien im Betrieb und in der Wartung zu beherrschen«, sagt DB-Regio-Chef Dr. Jörg Sandvoß.

Während Alstoms Wasserstoffzüge für Langstrecken optimiert sind, eignen sich Alstoms Batterietriebzüge für kurze Linien oder Strecken mit nicht-elektrifizierten Abschnitten, die bislang mit Dieselfahrzeugen betrieben wurden. Direkte Verbindungen zwischen elektrifizierten und nicht-elektrifizierten Netzabschnitten können nun emissionsfrei und ohne die Notwendigkeit zusätzlicher Elektrifizierung betrieben werden, was die Reisezeit zwischen Stadt und Land verkürzt.

»Wir arbeiten seit 2016 gemeinsam an einer effizienten, kostengünstigen Batterietechnologie zur Überbrückung der nicht-elektrifizierten Lücken im deutschen Schienennetz. Der Test im Fahrgastbetrieb wird uns wichtige Daten aus der Praxis«, sagt Müslüm Yakisan, Präsident der Region DACH von Alstom.

Seit 2016 entwickelt Alstom zusammen mit der TU Berlin, mit Unterstützung der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) sowie einer Förderung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr, den batterie-elektrischen Zug. Er ist ein möglicher nachhaltiger Nachfolger für Dieselzüge in Deutschland: insgesamt 450 Linien im deutschen Schienennetz werden bislang ausschließlich mit Dieselzügen befahren. Alternative Antriebe ermöglichen hier einen effizienten und emissionsfreien Betrieb. Der knapp viermonatige Test auf Personenverkehrsstrecken in Bayern und Baden-Württemberg ist der nächste Schritt dorthin. In Zukunft wird die BEMU-Technologie auf der Coradia-Plattform von Alstom zum Einsatz kommen.

»Ich freue mich, dass die neue Ära der Batterie-Oberleitungs-Hybridtechnik in Deutschland auch in Bayern anbricht und der Freistaat bei diesem wichtigen Thema mit anschiebt«, erklärt Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer. »Ich erhoffe mir von diesem Projekt wichtige Erkenntnisse, weil das bayerische Bahnnetz geradezu prädestiniert ist für den Einsatz solcher Batteriezüge und wir unsere Dieselzüge durch emissionsfreie Antriebe sukzessive ersetzen und im Bahnland Bayern bis spätestens zum Jahr 2040 klimaneutral werden wollen.«
 


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