E-Bikes, Pedelecs und E-Scooter

Das sind die typischen Besitzer

E-Bike Zielgruppe
Am häufig werden E-Bikes von den 60- bis 64-Jährigen gekauft - und von diesen auch gerne mit in den Urlaub genommen.
© WFranz/Pixabay

E-Bikes und E-Scooter haben an Beliebtheit gewonnen. Nicht nur als Miet-Variante sind sie gefragt, sondern auch in deutschen Privathaushalten steigt deren Anzahl. Doch wer besitzt diese Gefährte und was macht den klassischen Besitzer aus? Acxiom hat die Zielgruppe genauer unter die Lupe genommen.

Das Customer Intelligence-Unternehmen Acxiom hat sich mit Hilfe der Markt-Media-Studie »Best for Planning« die Zielgruppe der Nutzer von Elektro-Rollern und -Fahrrädern einmal genauer angeschaut und einige wichtige Merkmale analysiert.

Über 60-Jährige sind die häufigsten Nutzer

Laut Statistischem Bundesamt besaßen im Jahr 2020 4,3 Millionen Haushalte in Deutschland mindestens ein Elektrofahrrad oder Pedelec – damit ist die Zahl dreimal so hoch wie noch 2015. Ein Geschlecht, das bevorzugt Wege mit den Elektrofahrzeugen zurücklegt, gibt es aber nicht: 49 Prozent der Besitzer sind Männer und 51 Prozent Frauen.

Ein weitaus auffälligerer Faktor ist jedoch das Alter. Besonders häufig werden E-Fahrzeuge von den 60- bis 64-Jährigen erworben – der Anteil an E-Bike- bzw. E-Scooter-Besitzern liegt in dieser Altersgruppe bei knapp 12 Prozent. Hier finden sich meist Paare ohne oder mit bereits erwachsenen Kindern, die einen hohen Lebensstandard genießen und ein starkes Interesse für Kultur, Technik und sportliche Aktivitäten hegen. Bei den unter 25-Jährigen ist der Anteil an Elektrofahrzeug-Besitzern hingegen mit nur 5 Prozent am geringsten – ein Grund hierfür könnte zum Beispiel ein generell geringeres Haushaltseinkommen sein, weshalb diese Altersgruppe lieber auf Mietstationen zurückgreift.

Auch die Schul- und Berufsausbildung spielt bei den Fahrern von Elektrofahrzeugen eine große Rolle, denn mit steigendem Bildungsgrad erhöht sich auch die Bereitschaft, die umweltbewussteren Verkehrsmittel zu nutzen – vor allem Studierte sind überdurchschnittlich häufig E-Bike- bzw. E-Scooter-Besitzer.

Fahrer von E-Fahrzeugen haben außerdem eine hohe Gesundheitsaffinität und sind äußerst ökologiebewusst. So achten sie beispielsweise überdurchschnittlich häufig bewusst auf gesunde, ausgewogene Ernährung und kaufen fast doppelt so häufig Natur- und Bioprodukte wie der Bundesdurchschnitt. Auch auf regionale und aus fairem Handel stammende Produkte legen sie besonders viel Wert.

Es ist Elektrofahrzeug-Besitzern sehr wichtig, auch aktiv etwas für ihre Gesundheit zu tun. Deshalb nutzen sie das Fahrrad nicht nur an mindestens mehreren Tagen pro Woche, sondern nehmen es sogar mit in den Urlaub. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt, entscheiden sich Besitzer von E-Bikes oder Pedelecs knapp 4,5-mal häufiger für den geführten oder individuellen Fahrrad-Urlaub.  

In Städten unbeliebt

Besonders beliebt sind E-Bikes und -Scooter im Westen und Süden Deutschlands, im Osten gibt es hingegen deutlich weniger Besitzer der Elektro-Fahrzeuge. Auffallend ist, dass vor allem in Großstädten der Besitz von E-Fahrrädern und -Rollern kaum bis gar nicht vorhanden ist. So sind beispielsweise nur zwei Prozent der Berliner Besitzer von E-Fahrrädern oder -Rollern – dies ist ein deutlich unterdurchschnittlicher Wert, der vermutlich daran liegt, dass dort das große Angebot an Leihmöglichkeiten eine eigene Anschaffung unnötig macht.

Lediglich die E-Bike- bzw. Pedelec-Besitzer, in deren Haushalt kleine Kinder unter fünf Jahren leben, wohnen überdurchschnittlich häufig in Städten mit über 500.000 Einwohnern. Hier liegt die Vermutung nahe, dass junge Familien die motorisierten Verkehrsmittel zum Beispiel zum Einkaufen einsetzen, aber auch, um mit ihren Kindern flexibler in der Stadt unterwegs sein zu können.

Für den Weg zur Arbeit oder auf Ausflügen mit E-Scootern oder E-Bikes greifen die Fahrer außerdem gern auf Audiomedien wie Hörbuch- oder Podcast-Dienste zurück: So nutzen beispielsweise nur circa zwei Prozent der deutschen Bundesbürger mehrmals im Monat Podcast-Dienste wie Podimo, bei Fahrern von E-Bikes oder E-Scootern sind es hingegen sogar acht Prozent. Auch Hörbuch-Dienste wie Audible werden von Elektrofahrzeug-Besitzern 3-mal so häufig genutzt wie vom Bundesdurchschnitt.

Noch keine alleinige Alternative zum (eigenen) Auto

Als umweltfreundlicher Ersatz, um gänzlich auf das Autofahren zu verzichten, wird die Nutzung von E-Fahrrädern und -Rollern beim Großteil der Besitzer aktuell noch nicht angesehen: In den meisten Fällen sind die motorisierten Verkehrsmittel lediglich eine Ergänzung zum PKW.

So haben 52 Prozent der Haushalte ihr E-Fahrrad bzw. ihren E-Scooter zusätzlich zu einem Auto in der Garage stehen, 35 Prozent haben zwei PKWs und bei fünf Prozent sind sogar drei oder mehr Autos im Haushalt vorhanden. Als Alternative zum eigenen Auto kommt für die meisten Besitzer von E-Fahrzeugen auch Carsharing in Frage – im Vergleich zum Bundesdurchschnitt nutzen Fahrer von E-Bikes oder E-Scootern diese Dienste 3,5-mal häufiger für tägliche Besorgungen.

Dennoch stimmen bei der Frage, ob das Autofahren generell weitgehend eingeschränkt werden sollte, um die Umwelt zu schonen, die Nutzer von E-Fahrzeugen im Gegensatz zum bundesdeutschen Durchschnitt überdurchschnittlich häufig zu. Aus diesem Grund können sie sich auch sehr gut vorstellen, zumindest auf die umweltfreundlicheren Elektroautos umzusteigen.


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