Cybersecurity für vernetzte Fahrzeuge

Der sichere Weg zur smarten Mobilität

27. Januar 2022, 10:08 Uhr | Dr. Tamir Bechor, Cymotive Technologies
Cymotive Technologies Security-by-Design
Die intelligente Mobilität muss mit durchdachten Schutzmaßnahmen gegen Cyberangriffe abgesichert werden, zum Beispiel mittels eines Security-by-Design-Konzepts.
© Cymotive Technologies

Die smarte Mobilität ist anfällig für Cyberangriffe. Daher sind effektive Schutzmechanismen nötig, die das digitalisierte Auto über den gesamten Lebenszyklus hinweg verlässlich absichern – und so das Nutzervertrauen stärken. Dies gelingt am besten mit einem ganzheitlichen Security-by-Design-Konzept.

Während Autos früher ausschließlich als reines Fortbewegungsmittel dienten, sind sie heute mit einer breiten Palette komplexer digitaler Technologien ausgestattet. Diese Technologien interagieren miteinander und bieten enorme Möglichkeiten für wirtschaftliche Innovation, Verbraucherkomfort sowie die öffentliche Sicherheit.

In diesem wachsenden Ökosystem der intelligenten Mobilität geht es nicht mehr nur darum, Personen von A nach B zu befördern. Vielmehr erwarten die Nutzer eine durchgehende Konnektivität und wollen ihr Smartphone oder ihren Tablet-PC nahtlos an das Fahrzeug anschließen. Eine Vielzahl von Daten-Mehrwertdiensten wird heute als selbstverständlich vorausgesetzt und muss jederzeit einwandfrei funktionieren. Dazu gehören nicht nur eine verzögerungsfreie Telefonie und eine zuverlässige Navigation, sondern auch das leistungsfähige Streaming von Musik oder Hörbüchern und anderen vom Nutzer generierten Inhalten.

Zudem schreitet die Entwicklung hin zum autonomen Fahren mit großen Schritten voran. Zwar ist es noch ein weiter Weg, bis Autos komplett ohne Zutun des Fahrers durch die Straßen navigieren. Dennoch erhöhen zahlreiche Fahrerassistenzsysteme (Advanced Driver Assistance Systems, ADAS) bereits heute den Fahrkomfort und heben die Sicherheit im Straßenverkehr auf eine neue Stufe.

Zudem besteht eine durchgängige Konnektivität mit Cloud-Diensten von Drittanbietern und dem Backend des Herstellers. Das moderne Auto ist also vor allem eins: software-definiert. Das bedeutet, dass software-basierte Anwendungen die komplette Steuerung wesentlicher Funktionen, wie etwa Lenken, Beschleunigen und Bremsen, übernehmen. Mithilfe von Over-the-Air-Updates lassen sich neue Features herunterladen und freischalten.

Schwerwiegende Konsequenzen durch Cyberangriffe

Diese hochgradige Vernetzung hat jedoch ihren Preis: Sie öffnet Tür und Tor für bösartige Cyberattacken. Jedes Glied in der vernetzten Smart-Mobility-Kette ist ein potenzielles Einfallstor und muss geschützt werden, damit nicht das gesamte System in Mitleidenschaft gezogen wird. Werden Angriffe oder Ausbeutungsversuche nicht erfolgreich abgewehrt, drohen neben Datenverlusten technische Einschränkungen.

Schlimmstenfalls kommen sogar Menschen zu Schaden. Aber auch die Reputation der OEMs steht auf dem Spiel. Elektrofahrzeuge sind hier besonders gefährdet, da sie mit der Ladeinfrastruktur ein zusätzliches Einfallstor bieten.

Dabei kann eine Cyberattacke über verschiedenste Schwachstellen im Auto erfolgen. So können sich Hacker beispielsweise Zugang zum Entertainment-System verschaffen und von dort sogar Einfluss auf die BUS-Steuerung nehmen.

Der Schutz von vernetzten Fahrzeugen muss ganzheitlich ausgerichtet sein und das gesamte Ökosystem der Mobilität umfassen. Denn eine Architektur ist immer nur so sicher wie ihr schwächstes Glied. Zudem ist es wichtig, die Sicherheitsfunktionen und die zugrundeliegende Infrastruktur entlang des kompletten Lebenszyklus des Autos aufrechtzuerhalten.


  1. Der sichere Weg zur smarten Mobilität
  2. Ganzheitliches Sicherheitskonzept für die Smart Mobility

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