Ausbau der Ladeinfrastruktur

Es geht voran in Europa

05. März 2021, 17:00 Uhr   |  Kathrin Veigel

Es geht voran in Europa
© Power2Drive Europe

Im Ladeinfrastruktur-Ranking sind die Niederlande mit mehr als 66.600 öffentlichen Ladesäulen Spitzenreiter unter den Top-5-Ländern.

Für eine breite Akzeptanz der Elektromobilität ist neben einer großen Auswahl an günstigen E-Fahrzeugen eine flächendeckende Ladeinfrastruktur nötig. Jetzt kommen gute Nachrichten für die weitere Verbreitung der E-Mobilität in Europa: Die öffentliche Ladeinfrastruktur wächst hier weiterhin rasant.

Öffentliche Förderungen und eine kluge Steuerpolitik bringen die Elektromobilität und den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Europa voran: 2020 ist sie im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent gewachsen. So boomt in den Niederlanden nicht nur der Verkauf von E-Pkw – auch mehr als 66.600 öffentliche Ladesäulen sind bereits installiert, mehr als irgendwo sonst in Europa. Drei batterieelektrische Autos (battery electric vehicle, BEV) teilen sich hier rein rechnerisch einen Ladepunkt, so die Statistik von European Alternative Fuels Observatory (EAFO).

In Frankreich ging es 2020 besonders rasant voran: Mit dem europaweit stärksten Wachstum von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr kommt Frankreich gemäß den EAFO-Daten auf knapp über 46.000 öffentliche Ladepunkte – und damit auf rund 2.500 mehr als Deutschland. Das Wachstum wird sich fortsetzen, denn als Teil des Corona-Konjunkturpakets »France Relance« soll die Elektromobilität einen starken Schub erfahren. Zwei Milliarden Euro stellt die französische Regierung bis Ende 2022 für Kauf- und Verschrottungsprämien sowie für den Ausbau der Ladeinfrastruktur zur Verfügung.

Öffentliche Schnellladestationen: Deutschland auf Platz eins

Bei den öffentlichen Schnellladestationen ist Deutschland in Europa die Nummer eins: 7.456 7.456 stehen bereits. Insgesamt gab es Ende 2020 hierzulande rund 44.700 öffentliche Ladesäulen. Gemessen an der Anzahl von BEV teilen sich damit in Deutschland sieben E-Autos einen Ladepunkt. Rechnet man die Plug-in-Hybride (plug-in hybrid electric vehicle, PHEV) hinzu, sind es sogar 13 Fahrzeuge. 

Mindestens zehnmal so viele Ladepunkte wie heute – zwischen 440.000 und 843.000 – müssten im Jahr 2030 in Deutschland installiert sein. Zu diesem Schluss kommt die Studie »Ladeinfrastruktur nach 2025/2030 – Szenarien für den Markthochlauf« der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur (im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, BMVI). Die Zahl sei sowohl davon abhängig, wie viele private Ladepunkte verfügbar und wie stark die öffentliche Infrastruktur ausgelastet sei, als auch vom Verhalten der Autofahrer und von der Nutzung von Lade-Hubs mit Schnellladepunkten. 

Neben dem Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur fördert die deutsche Bundesregierung – und darüber hinaus einzelne Länder und Kommunen – die Installation privater Ladepunkte, knüpft diese aber an zukunftsweisende Bedingungen wie die Steuerbarkeit der Ladelösungen und die Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien.

Und die Nachfrage ist enorm: In nur drei Monaten waren es bereits 300.000 Anträge auf privaten Wallboxen, sodass das Bundesverkehrsministerium nun nachgelegt hat und insgesamt 444.444 Ladepunkte fördern wird. Auch Wohnungseigentümern und Mietern erleichtert die Bundesregierung seit Ende 2020 den Einbau einer Lademöglichkeit für Elektrofahrzeuge durch die Umsetzung der EU-Gebäudeenergieeffizienzrichtlinie sowie des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG).

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