Öffentlicher Nahverkehr

Jeder Dritte wünscht sich bessere Anbindung

25. November 2022, 12:30 Uhr | Kathrin Veigel
ÖPNV Umfrage
Die Unzufriedenheit mit dem ÖPNV ist besonders in Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Bayern groß, wie eine aktuelle Umfrage ergeben hat.
© Petair/Adobe Stock

Ein Drittel der Deutschen ist unzufrieden mit der Erreichbarkeit von Bus und Bahn am eigenen Wohnort. Das hat eine repräsentative Studie des Forschungsinstituts Kantar im Auftrag von Allianz pro Schiene, BUND und Deutschem Verkehrssicherheitsrat ergeben.

Die von Kantar Befragten wünschen sich mehrheitlich eine deutlich bessere Taktung von Bus und Bahn. Unzufriedenheit gibt es auch mit der Infrastruktur und der Sicherheit von Rad- und Fußverkehr. Im bundesweiten Ranking stechen Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Bayern als Schlusslichter hervor. An der Spitze sind – neben den drei Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg – Thüringen, NRW und Hessen.

Zahl der Abfahrten problematisch

Immerhin: 70 Prozent der Befragten sprechen von einer guten Anbindung an den ÖPNV. Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, erklärt dazu: »Das zeigt, dass eine große Mehrheit der Deutschen das 49-Euro-Ticket nutzen kann und vom Angebot am eigenen Wohnort profitieren wird.«

Die Studie zeigt außerdem ganz deutlich, dass die Menschen mehrheitlich nicht die Entfernung zur nächsten Haltestelle als Problem empfinden, sondern die als zu selten empfundenen Abfahrten an einer Haltestelle. »Damit haben wir die klare Erkenntnis, dass nicht die Entfernung, sondern die Taktung die Menschen unzufrieden macht«, so Flege. »Hier haben wir einen wichtigen verkehrspolitischen Hebel identifiziert, wie Bund und Länder im Rahmen der bestehenden Infrastruktur das Angebot für die Menschen direkt verbessern können.«

Befragte beklagen Stillstand beim Angebot

Ein Großteil der Befragten (78 Prozent) gibt an, dass sich die Zahl der Abfahrten innerhalb der vergangenen fünf Jahre nicht verbessert oder sogar verschlechtert hat. »Für das Gelingen der Mobilitätswende bedarf es dringend einer Angebotsoffensive im ÖPNV. Stattdessen herrscht aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger vielerorts Stillstand. Hier muss sich vor allem Bundesverkehrsminister Wissing bewegen und den Umweltverbund stärken. Den Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr zu stärken, bedeutet die Klimaziele ernst zu nehmen«, erklärt Antje von Broock, Geschäftsführerin beim BUND.

Befragt wurden die Menschen auch danach, ob sie sich auf dem Fahrrad und zu Fuß sicherer fühlen als noch vor fünf Jahren. 38 Prozent der Befragten beklagen, dass sich nichts verändert habe, 28 Prozent empfinden das Radfahren sogar als unsicherer als noch vor fünf Jahren. Fußgänger geben in fast allen Bundesländern mehrheitlich an, dass sich ihr Sicherheitsgefühl nicht verbessert hat.

Fast ein Drittel der Befragten ist der Meinung, dass ihnen keine ausreichend sicheren Fahrradwege zur Verfügung stehen. Jede fünfte Person fährt demzufolge nie Fahrrad. Besonders unzufrieden sind Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer mit den Radwegen in Hamburg, Thüringen und Rheinland-Pfalz.


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