Audi-Standort Neckarsulm

Ladeinfrastruktur mithilfe von Second-Life-Batterien ausgebaut

13. Januar 2023, 9:22 Uhr | Kathrin Veigel
Audi Neckarsulm
Zwei der drei Pufferspeicher am Standort Neckarsulm. Die Lade-Cubes speisen 72 neue Ladepunkte.
© Audi

Durch den Einsatz sogenannter Cubes, die gebrauchte Lithium-Ionen-Batterien als Stromspeicher nutzen, schafft Audi in Neckarsulm 72 zusätzliche Ladepunkte für E-Fahrzeuge. Die Second-Life-Batterien stammen aus zerlegten Erprobungsfahrzeugen des Autobauers.

Zwei der Cubes speisen insgesamt 48 Ladepunkte und erweitern im Parkhaus 1 im Südosten des Audi Werks die Ladekapazitäten für Mitarbeiter und Besucherr des Standorts Neckarsulm. Ein Cube mit weiteren 24 Ladepunkten steht auf dem Parkplatz an der nordöstlichen Werkgrenze. Die Second-Life-Batterien stammen aus zerlegten Erprobungsfahrzeugen von Audi. Die Stromspeicher ersetzen die aufwändige Errichtung einer kostenintensiven Infrastruktur mit Mittelspannungszuleitung und Transformatoren.

In jedem der drei Cubes fungieren jeweils 198 ausgediente Batteriemodule mit je zwölf Zellen als Energiespeicher. Die Kapazität lässt sich erweitern. In jedem der Cubes ist Raum für 132 weitere Module vorhanden. Zusammen speichern die Containerwürfel am Standort in Neckarsulm eine Energiemenge von 1,58 MWh. Eine 70-kW-Zuleitung pro Cube genügt, um die Speichermodule über Nacht aufladen zu können. Mitarbeiter und Besucher können diese über Wallboxen mit einer Ladeleistung von jeweils 11 kW für ihre E-Autos nutzen.

Eventuelle Bedarfsspitzen federt der Puffer aus den gebrauchten Lithium-Ionen-Batterien ab. Das System funktioniert wie eine Regentonne. Die einfließende Anschlussleistung wird konstant in die Energiespeicher geleitet. Zukünftig könnten Photovoltaikmodule zusätzliche grüne Energie für die Cubes liefern.

Neben den neuen Cubes und den rund 40 Ladepunkten im Parkhaus am Audi Forum Neckarsulm, die bereits seit rund zwei Jahren genutzt werden, hat Audi weitere 150 Ladepunkte im Parkhaus 2 an der östlichen Werkgrenze in Betrieb genommen – gespeist von einer Trafostation. Mittlerweile gibt es auf dem Werkgelände und an den Werkgrenzen von Neckarsulm und Heilbronn etwa 600 Ladepunkte für E-Fahrzeuge, davon sind rund 20 Schnellladepunkte.

Sie werden – genau wie der gesamte Standort – mit Grünstrom betrieben. Ein Teil der jeweiligen Ladepunkte ist zudem öffentlich zugänglich. So könnten auch E-Fahrer der Region das Angebot gleichermaßen nutzen.


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