UN-Klimakonferenz COP26

Polestar-CEO kritisiert Automobilindustrie

Polestar COP26
Polestar kritisiert die Autoindustrie auf der COP26: Maßnahmen für klimaneutrale Mobilität sind zu wenig und werden zu langsam angegangen.
© Polestar

Während sich die UN-Klimakonferenz COP26 auf den Tag des Verkehrs vorbereitet, übt Thomas Ingenlath, CEO von Polestar, Kritik am Vorgehen der Autobranche. Er fordert eine schnellere Umstellung auf klimaneutrale Mobilität und mehr Transparenz seitens der Autobauer, um die Klimaziele zu erreichen.

Zu der heute vorgestellten »Glasgow Declaration on Zero Emission Cars and Vans« in der sich eine Reihe von Unternehmen verpflichten, Fahrzeuge mit fossilen Brennstoffen zwischen 2035 und 2040 aus dem Verkehr zu ziehen, kommentiert der CEO von Polestar Thomas Ingenlath: »Die Autokonzerne reden immer noch davon, Benzin- und Dieselfahrzeuge bis 2040 zu verkaufen. Wenn man die Lebensdauer eines Autos bedenkt, werden diese noch in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts fahren und die Umwelt verschmutzen. Sie verzögern damit eine der wirksamsten Klimaschutzlösungen, die uns zur Verfügung stehen.«

Diese Aussage erfolgt vor dem Hintergrund, dass große Teile der Automobilindustrie so langsam wie möglich auf Elektrofahrzeuge umzusteigen scheinen. Die Autokonzerne investieren weiterhin in die Entwicklung neuer Benzin- und Dieselantriebe, die ohne ehrgeizigere Ausstiegspläne auch 2050 und darüber hinaus noch auf den Straßen unterwegs sein werden – anstatt die damit verbundenen enormen Entwicklungsgelder für Innovationen zu nutzen, die zu einer klimaneutralen Mobilität führen.

Dabei ist sich Thomas Ingenlath der Komplexität der Herausforderung für die traditionellen Automobilhersteller sehr wohl bewusst, ebenso wie der damit verbundenen Kosten. Er begrüßt auch prinzipiell die Bemühungen der OEMs, Elektroautos zu entwickeln. Aber er ist grundsätzlich nicht einverstanden mit ihren Entscheidungen, neue Generationen von Benzin- und Dieselmotoren zu fördern: »Dies ist nicht die Zeit für schrittweise Veränderungen, sondern für radikale Veränderungen«, so Thomas Ingenlath. »Können Sie sich vorstellen, das heute einem Kind zu erklären: Autos werden auch in 30 Jahren noch giftige Abgase produzieren und die Luft zum Atmen verschmutzen?«

Polestars Maßnahmen für mehr Klimaschutz

Der Bau und Verkauf von Elektroautos sei nicht das Ende, sondern der Anfang, so Ingelath weiter. Man müsse mindestens genauso viel Aufmerksamkeit auf die Schaffung einer sauberen Lieferkette und schließlich auf das Recycling legen. »Ein Elektroauto ist ein guter Startpunkt und ein Weg zu echter klimaneutraler Mobilität, aber sauber bedeutet, alles von Anfang bis Ende zu betrachten. Polestar ist nicht perfekt, aber wir arbeiten daran, besser zu werden.«

Polestar veröffentlicht alle Details zum CO2-Fußabdruck seiner Fahrzeuge und hat eine branchenweit einzigartige Produktnachhaltigkeitserklärung eingeführt. Diese ermöglicht es den Verbrauchern, einfach und intuitiv sowohl Preis und Reichweite als auch die Klimaauswirkungen der verschiedenen Polestar Fahrzeuge zu berücksichtigen.

Das Unternehmen setzt auch Blockchain-Technologie für die Transparenz der Lieferkette ein. Das ehrgeizige Ziel ist es, alle Risikomaterialien zu verfolgen, einschließlich Nickel, Mangan, Graphit und Lithium, zusätzlich zu dem heute verfolgten Kobalt.

Darüber hinaus hat der Autobauer das ambitionierte Ziel angekündigt, bis 2030 ein wirklich klimaneutrales Auto zu entwickeln, ohne auf Offsetting zurückzugreifen.


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