Studie zur Kreislaufwirtschaft

So kann die Autoindustrie CO2-Emissionen stark reduzieren

18. März 2021, 16:52 Uhr | Kathrin Veigel
Accenture
Accenture und World Economic Forum: Die Kreislaufwirtschaft kann zu einer deutlichen Reduktion der CO2-Emissionen in der Automobilindustrie beitragen.
© bortnikau/Adobe Stock

Die Einführung von Methoden der Kreislaufwirtschaft in Kombination mit der schnellen Elektrifizierung in der Automobilindustrie hat das Potenzial, die CO2-Emissionen bis 2030 um bis zu 75 Prozent zu senken. Das zeigt eine neue Studie, an der unter anderem Accenture beteiligt war.

Die Studie »Raising Ambitions: A new roadmap for the automotive circular economy« von Accenture, dem World Economic Forum und dem World Business Council for Sustainable Development verdeutlicht, dass im Hinblick auf die gefahrenen Kilometer und den voraussichtlichen Fahrzeugbestand bis 2030 weltweit mit einem um 70 Prozent steigendem Mobilitätsbedarf zu rechnen ist. Die Automobilindustrie kann sich darauf vorbereiten und gleichzeitig zur Dekarbonisierung beitragen, um die globale Erwärmung auf weniger als 1,5 °C zu begrenzen. Dabei spielen Methoden der Kreislaufwirtschaft mit Blick auf Energie, Wasser, Abfall, Materialien, Fahrzeuglebenszyklus und -nutzung eine entscheidende Rolle.

Emissionen nachhaltig senken

»Nach Methoden der Kreislaufwirtschaft hergestellte Fahrzeuge sind ein wichtiger Baustein, um das wachsende Mobilitätsaufkommen zu bedienen und gleichzeitig den Ressourcenverbrauch und die CO2-Emissionen auf ein nachhaltiges Niveau zu senken«, so Axel Schmidt, Senior Managing Director und Global Industry Sector Lead Automotive. »Viele Fahrzeughersteller haben bereits Netto-Null-Ziele in Richtung CO2-Neutralität, die Roadmap für die automobile Kreislaufwirtschaft  muss ein Kernelement dieser Transformation sein.«

Laut der Studie stützt sich die Machbarkeit dieser Ziele auf folgende Säulen:

  • Netto-Null-CO2-Emissionen über den gesamten Fahrzeuglebenszyklus (z. B. CO2-arme Materialien und Fertigung, Integration in das Stromnetz)
  • Ressourcenrückgewinnung und Schließung von Materialkreisläufen (z. B. Demontage am Ende eines Lebenszyklus und Rückführungslogistik, Recycling von Elektrofahrzeugbatterien)
  • Erhöhung der Fahrzeuglebensdauer und seiner Komponenten (z. B. Abo-basierte Nutzung, Wiederverwendung und Wiederaufbereitung im großen Maßstab)
  • Effiziente Fahrzeugnutzung hinsichtlich Zeit und Belegung (z. B. On-Demand-Modelle)

»Wir werden erleben, wie sich die Automobilindustrie über fünf verschiedene Stufen der Kreislaufwirtschaft auf den Netto-Nullpunkt zubewegt«, ist sich Alexander Holst, Managing Director für Sustainability Strategy bei Accenture, sicher. »Sowohl das Produkt als auch die Art und Weise seiner Verwendung in zunehmend dienstleistungsbasierten Modellen wird sich transformieren. Darüber hinaus entstehen Anreize entlang der Wertschöpfungskette, um sich weg von einer Take-make-waste-Mentalität sowie reiner Optimierung in Silos und hin zu einer vollständig zirkulären Wertschöpfungskette mit Optimierungen auf Ökosystemebene zu bewegen.«


  1. So kann die Autoindustrie CO2-Emissionen stark reduzieren
  2. Fünf Empfehlungen für die Kfz-Wertschöpfungskette

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