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Siemens AG: Brandschutzschalter für Stromstärken bis 40 A

Siemens bringt einen neuen Brandschutzschalter für Stromstärken bis 40 A, dessen spezielle Analysesoftware selbständig Störlichtbögen in Stromkreisen auch mit starken Verbrauchern erkennt, und Kabelbrände vermeidet.

Brandschutzschalter Bildquelle: © Siemens AG

Bis zu einem Drittel aller Brände in Deutschland sind auf Kabelbrände oder ähnliche Schäden in Elektroinstallationen zurückzuführen. Der neue Brandschutzschalter von Siemens detektiert und unterbindet auch Fehlerlichtbögen, bei denen normale Sicherungen nicht auslösen. Lichtbögen entstehen durch Spannungsüberschläge an gequetschten oder geknickten Kabeln oder beschädigten Isolierungen. Werden sie nicht unterbrochen, erhitzt sich die betreffende Stelle so stark, dass das Kabel zu brennen anfängt.

Sie wurden daher neu in die Norm DIN VDE 0100-420:202016-02 aufgenommen und sind nun für viele Einrichtungen verpflichtend, öffentliche Gebäude, Schlaf- und Aufenthaltsräume in Altenheimen und Kindertagesstätten sowie holzverarbeitende Betriebe, Holzhäuser, Papier- und Textilfabriken. In den USA sind solche Fehlerlichtbogen-Schutzeinrichtungen schon seit 2008 Vorschrift.

Bisher sind solche Schalter für in deutschen Privathaushalten übliche Bemessungsströme bis 16 A ausgelegt. Bei mit hohen elektrischen Leistungen betriebenen Geräten – beispielsweise Motoren oder größeren Öfen – fließen stärkere Ströme. Außerdem können in manchen Ländern wie Großbritannien oder Belgien in den Stromkreisen ohnehin Ströme über 16 A fließen.

Für diese Anwendungsfälle ist der neue Brandschutzschalter für bis zu 40 A Bemessungsstrom aufgelegt. Der neue Schalter ist in bestehende Installationen nachrüstbar und eignet sich für Industriebetriebe oder andere Einrichtungen, die große Verbraucher im Stromkreis haben.

Heute schützen Sicherungen vor Störlichtbogen, die zwischen zwei nebeneinander liegenden Leitungen auftreten. Sie verursachen einen Kurzschluss oder Erdschluss und der Fehlerstromschutzschalter oder die Sicherung löst aus. Bei Lichtbögen innerhalb einer Leitung – wenn zum Beispiel ein Kabel bricht – ändert sich der Stromfluss jedoch nicht. Dann löst die Sicherung nicht aus und der Lichtbogen bleibt aktiv.

Der neue Brandschutzschalter schließt diese Sicherheitslücke, weil er  solche seriellen Fehlerlichtbögen ebenfalls registriert. Die Herausforderung dabei ist, echte Störungen von ungefährlichen Lichtbögen zu unterscheiden, wie sie zum Beispiel in der Bohrmaschine manchmal auftreten.

Eine spezielle Auswertesoftware registriert neben Strom und Spannung auch andere Messgrößen im Stromkreis, vor allem hochfrequente Anteile in der Stromkurve. Fehlerlichtbögen sind durch bestimmte Charakteristika in diesen Messungen identifizierbar. Ist dies der Fall, unterbricht der Brandschutzschalter innerhalb von Millisekunden den Stromkreis und bannt die Feuergefahr.