EU-Vorgabe

Energieeffizienz-Label für Heizungen kommt im September 2015

9. Januar 2015, 15:56 Uhr | Hagen Lang
Energie-Contracting
Nach dem 26. September 2015 dürfen (bis auf Restbestände) keine Heizungen ohne Energieeffizienz-Label über den Handel vertrieben werden.
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Wie bereits für Kühlschränke und Waschmaschinen müssen auch neue Heizungsanlagen ab 26. September 2015 ein Label Energielabel tragen, das mit Bewertungen von A++ bis G über die Energieeffizienz der Heizung und Komponenten Auskunft gibt.

Ein direkter Rückschluss auf die Heizkosten ist durch die Label nicht möglich, wie Petra Hegen vom Programm Zukunft des Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg sagt: »Eine Ermittlung der jährlichen Betriebskosten wie bei Elektrogeräten ist nicht möglich. Der Energieverbrauch einer Heizung wird immer auch von der energetischen Qualität des jeweiligen Gebäudes und vom Preis des Energieträgers mitbestimmt.«

Gemäß EU-Vorgaben müssen alle Heizungen ab Herbst 2015 ein Energieeffizienzlabel tragen, das auf Basis des Primärenergieverbrauchs neun Effizienzklassen (von Grün bis Rot) unterscheidet. Technischer Mindeststandart sind künftig Brennwertheizungen, Niedertemperaturheizgeräte sind nicht mehr zulassungsfähig. Von der Label-Pflicht ausgenommen bleiben noch Holzhackschnitzel- und weitere Feststoff-Anlagen sowie Biomasse-Heizungen. Für sie wird eine Kennzeichnungspflicht 2019 eingeführt, wenn zusätzlich eine Klasse A+++ eingeführt und die Klasse G gestrichen wird.

Die höchsten Effizienzklassen erreichen derzeit KWK-Anlagen, Wärmepumpen und andere Erneuerbare-Energien-Anlagen wie Biogas oder Solarthermie. Aber auch hier warnt Jörg Knapp vom Fachverband Sanitär Heizung Klima Baden-Württemberg »Ein Rückschluss auf die Wirtschaftlichkeit wie bei Haushaltsgeräten kann mit dem Label aber nicht gezogen werden. Denn die Etiketten berücksichtigen die Heiztechnik ohne die individuelle Einbausituation.« Schlecht gedämmte Gebäude können Effizienzgewinne moderner Heiztechnik völlig konterkarieren.

Knapp weiter: »Die Einstufung des Wärmeerzeugers kann durch Kombination mit einer Raumtemperaturregelung und einer thermischen Solaranlage verbessert werden. Solaranlagen bekommen kein eigenes Etikett, da sie im Gegensatz zu konventionellen Heizungen keine Energieverluste, sondern nur Energiegewinne aufweisen.« Übersteigt die Heizleistung eines Wärmeerzeugers 70 kW, ist keine Kennzeichnung nötig, sanierte Ein- und Zweifamilienhäuser benötigen in der Regel 10 bis 15 kW Wärmeleistung.

Ob und für welche Heizung sich eine Neuanschaffung lohnt, ist nur durch professionelle Beratung zu klären. Fachhandwerker oder Energieberater stehen hier kompetent zur Seite. Neutrale Informationen zum EU-Label gibt es kostenfrei über das Beratungstelefon von Zukunft Altbau 08000 12 33 33 oder unter www.zukunftaltbau.de.

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