Osram

Vom Beleuchtungshersteller zum digitalen Plattform-Provider

25. April 2018, 13:58 Uhr   |  Hagen Lang

Vom Beleuchtungshersteller zum digitalen Plattform-Provider
© Osram

CTO Dr. Stefan Kampmann (rechts) erklärt bei der Osram-Pressekonferenz in Anwesenheit von CEO Olaf Berlien (2.v.l.) die Anwendungsmöglichkeiten von Lightelligence.

Lightelligence heißt die offene IoT-Plattform, mit der Osram Entwickler motivieren will, Anwendungen für das Internet of Things in Gebäuden zu schreiben. Auf der Light&Building war von ersten Erfolgen zu hören.

Dr. Stefan Kampmann, CTO von Osram, betonte auf der Light&Building das enorme Potenzial, das bereits in Gebäuden installierte Stromleitungen und Beleuchtungsinfrastruktur als Netzwerk-Backbone für Sensoren, Aktoren und Datenübertragung bieten. Lightelligence nennt Osram seine Software-Plattform, mit deren Hilfe das Unternehmen zum führenden Anbieter von IoT im Gebäudesektor werden will – und der reicht vom Bürogebäude über Wohngebäude, Produktionsanlagen bis zu Lagerhallen.

Als erfolgreiches Beispiel wurde das Osram-Werk Traunreut genannt, in dem das Unternehmen die Technologie erprobt hat und Energieeinsparungen von insgesamt 90 Prozent erreichte. Zuerst sank durch den Austausch alter Beleuchtung gegen LEDs der Stromverbrauch um fast zwei Drittel. Auch dieser Wert wurde nochmals um 75 Prozent gesenkt, indem mit Lightelligence die Beleuchtung, mit Bewegungsmeldern und Software ertüchtigt, gebäudeweit auf „Light on Demand“ umgestellt wurde. Licht wird nur noch eingeschaltet, wenn Menschen die Szene betreten. Weitere denkbare Anwendungen auf Basis von Lightelligence sind das Tracking von Waren und Gegenständen, die Kopplung von Heizungsschaltungen an Raumbelegungen, Parkplatzbewirtschaftung oder Logistiklösungen. Als offenes Programm kann Lightelligence mit unterschiedlichsten Steuerungssystemen und Cloud-Plattformen zusammenarbeiten und soll sich nahtlos in die bisher bestehende Systemlandschaft einfügen.

Ein auf der Frankfurter Light&Building genannter Anwender war der Leuchtenspezialist RZB aus Bamberg, der die Lightelligence-Plattform nutzt, um aus der Ferne Notbeleuchtungssysteme auf ihre Funktion zu überprüfen. An Stelle der bisher nötigen, zeit- und personalaufwendigen händischen Überprüfung wird die Prüfung jetzt regelkonform über Sensoren ausgeführt und automatisch vom System protokolliert und dokumentiert. Büro, Retail, Industrie, Smart City und sogar Landwirtschaft: Momentan ist für Osram beim Thema Lightelligence kaum ein Bereich mit Use-Cases ausgeschlossen. Im Sommer wird die Plattform offiziell „scharf“ geschaltet.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

Osram GmbH