Sie sind hier: HomeThemenSmart GenerationRegenerativenergien

Erneuerbaren Strom umwandeln: Energieversorgung mit geschlossenem CO2-Kreislauf skaliert

Das Wasserstoff- und Methan mit erneuerbarem Strom herstellende Heizwärme- und Stromerzeugungssystem der Exytron GmbH (Rostock) soll von der Mehrfamilienhaus-Ebene auf Wohn- und Gewerbegebiets-Niveau skaliert werden. Planungen für eine große Sektorkopplungsanlage laufen in Mecklenburg-Vorpommern.

Methanisierungsreaktor Bildquelle: © Krausebrand - EXYTRON

Mit der geplanten Methanisierungsanlage im großen Stil ist geplant, erstmals ein ganzes Wohn-, bzw. Gewerbegebiet über regeneratives Flüssiggas energetisch zu versorgen.

Deutschlands Energiewende läuft derzeit in eine Sackgasse. Eine der derzeit technologisch vielversprechendsten Möglichkeiten, sie aus dem »Wolkenkuckucksheim« zu holen und auf zwei Beine zu stellen ist die 2018 mit dem SmarterWorld-Award »Produkt des Jahres« ausgezeichnete SmartEnergyTechnology von Exytron.

Sie soll jetzt skaliert werden. Nach erfolgreicher Installation und Betrieb, sprich der Versorgung einer  70 Wohneinheiten umfassenden Wohnanlage der Wohnbaugruppe Augsburg (WBG) mit regenerativer Heizwärme und regenerativem Strom soll das System jetzt ein ganzes Gewerbe- bzw. Wohngebiet regenerativ und CO2-neutral mit Strom und Wärme versorgen. Dies wäre eines der umfassendsten deutschen Projekte, in denen tatsächlich von einer Kopplung von Energieverbrauchssektoren und einer Nutzbarmachung von erneuerbaren Energien für Mobilität und Wärme- sowie Kältebereitstellung gesprochen werden könnte.

Dazu wird ein katalytischer Methanisierungs-Reaktor entwickelt, mit dem ganze Gewerbe- und Wohngebiete fast emissionsfrei versorgt werden können. Bei der avisierten Nutzung (vor allem von Überschuss-) Strom aus Windenergie soll erstmals in großem Maßstab regenerativ erzeugtes Flüssig-Erdgas (LNG) erzeugt werden.

Beim Exytron-Verfahren erzeugt ein mit regenerativem Strom betriebener Elektrolyseur (H2) Wasserstoff, der in einer Katalyse mit CO2 (Kohlendioxid) zu CH4 (regeneratives Erdgas/Methan) umgesetzt wird. Letzteres wird im Exytron-System in einem BHKW zur Kälte- oder Wärmeerzeugung verbrannt, wobei das bei dieser Verbrennung entstehende CO2 aufgefangen und wiederum zur Methanisierung des erzeugten Wasserstoffes verwendet wird. Akut nicht zur Energieversorgung notwendiges CH4 kann ins Gasversorgungsnetz eingeleitet oder in Tanks gespeichert und später für unterschiedliche Anwendungen genutzt werden (z.B. Wärmeerzeugung und Mobilität). Die im Prozess anfallende Abwärme steht wiederum zu Heizzwecken zur Verfügung.

Wenn die EEG-Vergütung  bis 2026 für tausende Windenergieanlagen ausläuft, könnten bis zu 7.600 funktionsfähige Windenergieanlagen mit ca. 7 GW Gesamtleistung abgebaut werden, da ihr wirtschaftlicher Betrieb ohne Einspeisevergütung in Frage stünde. Auch bislang geförderte Biogasanlagen, die zur Stromerzeugung (weitgehend grundlastsicher) beitragen, könnten bis 2028 mit 3,5 GW aus der Leistung fallen, ähnliches ist ab 2021 bei Solaranlagen zu erwarten.

Aus diesem Grund wird die naturwind Schwerin GmbH gefördert von der EU und dem Land Mecklenburg-Vorpommern eine begleitende Studie durchführen, die untersucht, wie im mecklenburgischen Energiedorf Lübesse aus vorhandenen Windrädern und Solaranlagen erzeugte Energie vor Ort vermarktet und in den Sektoren Wärme und Mobilität genutzt werden kann und ob, bzw. wie die in Lübesse geplante Sektorkopplung mit Exytron-System einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb aus der Förderung gefallener Erneuerbare-Energien-Anlagen ermöglicht. Das Projekt »Katalytische Reaktoren für die Sektorenkopplung«, das Exytron die Skalierung seiner Technologie erlaubt, wurde mit 700.000 Euro gefördert.