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Das Konferenzprogramm der »smarter E«: Wissen für den Systemwandel

»The smarter E« vereinigt nicht nur vier Fachmessen unter einem Dach, sie bietet auch große Fachkonferenzen zu den Brennpunkten der Energiewende. Ein Blick auf das Programm.

Conference 2018 Bildquelle: © Solar Promotion GmbH

Man kann nicht behaupten, dass es einen präzisen Fahrplan für die Energiewende gäbe. Entsprechend hoch ist der Bildungsbedarf. Auch wenn erneuerbare Energien eine feste Größe im Energieversorgungssystem sind, müssen für eine 100 Prozent regenerative Energieversorgung noch viele technische und organisatorische Veränderungen stattfinden. Das beliebteste Buzzword ist hier zur Zeit die »Sektorkopplung«: die Energieverbrauchssektoren, Strom- und Wärmeverbraucher wie Gebäudeheizungen, Verkehr und Industrie sollen regenerativ erzeugte Energie nutzen können (und müssen).

Momentan werden häufig regenerative Erzeugungsanlagen aus Gründen der Netzstabilität abgeschaltet, wenn Mutter Natur wieder mehr Energie zur Verfügung stellt, als das Land abnimmt. Würden die übrigen Energieverbrauchssektoren als »Senke« die erneuerbare Energie zum Zeitpunkt ihres Entstehens abnehmen, wäre das Überproduktionsproblem gelöst, so die Idee. Flankiert wird die Messe »The smarter E« in München deshalb in diesem Jahr wieder durch große Konferenzen, auf denen die Experten Brennpunkte, Innovationen und Spielregeln der neuen Energiewelt diskutieren. Am 14. Und 15. Mai 2019 können Teilnehmer sich mit einem Ticket über Entwicklungen in allen Technologiebereichen auf den neuesten Stand bringen. 300 Vorträge in 45 Session diskutieren Themen wie Digitalisierung der Energiewirtschaft, Sektorkopplung sowie Technologietrends bei Photovoltaik, Energiespeichern und Ladeinfrastruktur für Elektromobilität. 

»Smarte Lösungen« steht im Mittelpunkt der »Smart Renewable Systems Conference«, die Lösungen intelligenter, vernetzter Energiesysteme, smarter Heime und Buildings sowie Smart Grids behandelt. Ob und wie das heutige, noch top down von wenigen großen Erzeugern zu vielen kleinen Verbrauchern Energie liefernde Versorgungssystem eines Tages ein dezentrales, in regionalen oder lokalen Einheiten erzeugendes System wird, erfahren sie hier.

Microgrids, lokale Versorgungsnetze, die Mobilität, Strom und Wärme verbinden sowie das sich abzeichnende Internet of Energy und die künftige Form der Energiemärkte werden hier portraitiert. Absehbar ist: Wenn es ein neues Energieversorgungssystem gibt, wird dieses nur durch vernetzte Kommunikationstechnik Gestalt annehmen. 

Die »Intersolar Europe Conference« widmet sich traditionell Märkten, Technologien und der Finanzierung von PV-Projekten, wobei neben Europa Afrika sowie die MENA-Region im Fokus steht. Weiterentwicklungen von PV-Anlagen zu Kraftwerken mit möglichen Verbesserungen der Grundlastfähigkeit werden ebenfalls eine Rolle spielen. Die Optimierung des Zusammenspiels von Energiespeichern und PV-Anlagen, BIPV (Building Integrated Photovoltaics), Agrovoltaics und Floating Solar Farms sind weitere Themen der Konferenz. Die International Energy Agency veranstaltet einen Workshop zum Leistungsverhalten, der Betriebszuverlässigkeit sowie zu Anlagenbetrieb und –wartung. 

Vernetzte Stromspeicher für erneuerbare Energien, von Haushaltsgröße bis zum Utility Scale in Großcontainern für die Stabilisierung von Versorgungsnetzen sind Gegenstand der »ees Europe Conference«. Sie bietet einen Überblick über die Produktionstechnologien, Geschäftsmodelle und lohnende Anwendungsfälle sowie Absatzmärkte. Die Sessions »Compare and Contrast« lässt Referenten kurz Energiespeicherprojekte mit den wichtigsten Daten vorstellen, sodass sie in den anschließend geplanten Diskussionen vergleichend bewertbar werden. 

Die »Power2Drive Europe Conference« beleuchtet die technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen des Aufbaus einer E-Mobility-Infrastruktur und zeigt anhand von Best Practice-Beispielen, welche Systeme heute schon mit der bestehenden Infrastruktur harmonieren. Auch hier wird deutlich: Die ubiquitäre kommunikationstechnische Vernetzung der Ladeinfrastruktur in den Nieder- und Mittelspannungsnetzen ist eine Voraussetzung für den Umbau des Verkehrssystems und die Umsetzung der »Sektorkopplung«. 

»Power-2-X« und Elektromobile als Speicher und Einspeiser zur Lastregulierung sind weitere aktuelle Trends, die die Zukunft der Energiewende mitbestimmen werden. In München finden Sie sowohl als Konferenzthemen wie auch in Form von Exponaten und Dienstleistungen von Ausstellern statt. Während die Idee, regenerativen Strom, der gerade nicht benötigt wird, zur Elektrolyse von speicherfähigen Gasen wie Wasserstoff einzusetzen, schon etwas älter ist, sind E-Mobile als rollende Kraftwerke, die selbst Überschussstrom speichern, aber auch Strom in das Versorgungsnetz einspeisen, eine relative Neuheit. Erste bidirektional ladende Elektromobile sind nebst der notwendigen Netzinfrastruktur bereits verfügbar und lassen am Horizont eine bundesweite Flotte systemdienlich ladender und entladender Elektromobile erkennen.