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HSBC: Batteriehersteller werden Gewinner der Energiewende

Gewinner der nächsten Phase der Energiewende sind laut Hongkong & Shanghai Banking Corporation (HSBC) Batteriehersteller sowie bestimmte Wind- und Solarstromproduzenten. Verlieren würden Generatorenhersteller und, wenn sie sich nicht anpassen, klassische Energieversorger.

Batteriemarkt-Analyse von HSBC Bildquelle: © HSBC

Mit Blick auf den europäischen und deutschen Markt analysiert die Studie »Energy Storage« der HSBC die Herausforderungen der Energiewende und welche Geschäftsaussichten sich daraus ergeben. Das ungelöste Problem der Energiewende ist die Energiespeicherung und Hersteller kosteneffizienter Systeme werden am stärksten profitieren.

Potentielle Gewinner wären demnach Speicherhersteller wie die Société des Accumulateurs Fixes et de Tractin (SAFT) und Blue Solutions, Produzenten regenerativer Energien wie ENEL Green Power, EDP Renovaveis und Waferhersteller wie GCL-Poly Energy, während E.ON und RWE ihre Geschäftsmodelle anpassen müssen. Auf der Verliererseite sieht HSBC auch Generatorenhersteller, denen ähnlich wie klassischen Kraftwerksbauern die angestammten Geschäftsfelder wegbrechen.

Vorreiter der globalen Nachfrage nach Batteriespeichern sei Deutschland, dem einige Nationen mit Subsidien für die Installation von Energiespeichern folgen. Von 2013 6.000 verkauften Energiespeichersystemen weltweit wächst der Markt auf 100.000 verkaufte Systeme 2018. Der Energiespeicher-Markt stehe dort, wo der Solarmarkt sich vor fünf bis zehn Jahren befunden habe.

RWE und E.ON müssten sich ihrer Stärken besinnen, zu denen die breite Kundenbasis gehört, der Besitz oder Betrieb von Verteilnetzwerken sowie von Gas-Verteil- und -Speicher-Infrastruktur und die klassische Energieerzeugung. Deren Bedeutung kann künftig wieder wachsen, wenn Verteilnetzbetreiber Versorgern die Vorhaltung von Kraftwerkskapazitäten bezahlen (Kapazitätsmärkte). Allerdings besteht keine Aussicht darauf, dass sich die Profitabilität von Energieversorgern zurück in alte Höhen bewegt.

Die EU befinde sich in einer teilweise selbst verschuldeten Energiepreiskrise, die sich durch die Hinwendung zu erneuerbaren Energien (EE) noch verschärfe. Der Trend zur Installation von EE-Kapazitäten hält wenigstens bis 2020 an, was erhebliche Investitionen in die Übertragungs- und Verteilnetze bedingt. Da auch die Shale-Gas-Förderung in Europa keine Chance besitzt, bezahlen Energiekunden in Europa weltweit auch künftig die höchsten Energiepreise. Es läge an der Industrie, durch energieffiziente Technologien und preiswerte Speichersysteme den Kostendruck zu mildern.

Alle Länder mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung leiden unter hohen Strompreisen. England und Frankreich sogar unter deutlicher »Energie-Armut«, dem Phänomen, dass Haushalte deutlich mehr als zehn Prozent ihres verfügbaren Einkommens für Energie ausgeben müssen.

Power to Gas (P2G) sowie die Druckluftspeicher würden erst in den nächsten zehn bis 20 Jahren marktfähig werden, trotz nachhaltig hoher Kosten wären Battiespeicher und hier besonders Speicher für Privathaushalte der Sektor mit dem stärksten Wachstumspotential. Unbezahlbar sei auf absehbare Zeit der Einsatz von Batterien zur Netzstabilisierung. Von beinahe Null in diesem Jahr wird die installierte Batteriekapazität auf 25 GW weltweit 2020 und 150 GW 2030 ansteigen. Der Marktwert der installierten Systeme steigt von 3 Milliarden Euro 2012 über 6 Milliarden Euro 2015  und 15 Milliarden Euro 2020 auf 26 Milliarden Euro 2030. Die Umsätze werden sich in etwa zu gleichen Teilen  auf Nordamerika, China, Japan und Europa verteilen.