Solarstromspeicher

Fallende Batteriepreise treiben den Markt

30. Juni 2015, 12:22 Uhr | Engelbert Hopf

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Einstieg in einen geförderten Markt?

Das Ziel, in einen geförderten Markt einzusteigen, verfolgt auch ganz sicher RWE Effizienz nicht, wie Geschäftsführer Dr. Norbert Verweyen anlässlich der Vorstellung des »RWE Storage flex« auf der Intersolar 2015 letzte Woche versicherte. »Unsere Lösung ist direkt in die Haussteuerung »RWE SmartHome« eingebunden«, erläutert er, »damit steigt die Eigenstromnutzung auf bis zu 70 Prozent«. RWE bietet ein skalierbares System mit Stufen von 3,9, 5,8 und 7,9 kWh an. In der kleinsten Ausführung liegt der Preis ohne Montage bei etwa 8400 Euro, für die größte Ausführung muss der Käufer ohne Montage etwa 14.000 Euro ausgeben.

Dr. Verweyen sieht gute Chance, sich mit dieser Lösung in den nächsten ein, zwei Jahren einen Marktanteil von 5 bis 10 Prozent in Deutschland zu sichern. Schwarmfähig, schränkt er ein, sei diese Lösung aber noch nicht, »das wird bei uns der nächste Schritt sein, mit dieser Lösung ging es uns jetzt erst einmal darum, eine Eigenverbrauchsoptimierung zu ermöglichen«.

Partner auf der Batterieseite ist für RWE die Sonnenbatterie. Als elektrochemische Basis für den Solarstrom-Speicher setzt die Sonnenbatterie nach den Worten einer ihrer beiden Gründer, Christoph Ostermann, auf Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen von Sony – »für diese Applikation eine sehr sichere Lösung«, versichert er. Ostermann kann sich aber durchaus auch alternative Systeme vorstellen. »Wir testen jetzt seit gut eineinhalb Jahren die Salzwasser-basierte Lösung von Aquion«, erläutert er, »die Leistungsdichte dieses Systems ist zwar niedriger als die von Lithium-Eisen-Phosphat, unser Eindruck von diesem voll recyclebaren System ist bisher aber sehr gut«.

Eine Prognose darüber, wann solche Salzwasser-basierten Speichersysteme wirklich als PV-Strom-Zwischenspeicher zum Einsatz kommen könnten, wollte Ostermann aber nicht abgeben.
Definitiv nicht den Residential-Bereich im Blick beim Thema Speicheranlagen hat Holger Schuh, Deutschland-Geschäftsführer von Saft: »Wir sehen hier im Residential-Bereich nach wie vor keine funktionierenden Geschäftsmodelle«, gibt er zu bedenken, »im Bereich größerer Anlagen lässt sich das anders darstellen. Bestes Beispiel dafür sind Insel-Lösungen oder Speicherlösungen in Regionen mit sehr schlechter Netzqualität«.

Nicht ganz einfach stellt sich für Schuh im Residential-Bereich auch das Thema Installation der Solarengerige-Speicher dar: »Die Installateure haben sich in den letzten 10 Jahren ein großes Know-how im Bereich PV-Anlagen angeeignet, das Thema Elektrochemie ist für sie aber neu.« Im professionellen Bereich läuft das etwas einfacher, dafür kämpft man dort dann mit anderen Problemen, etwa dass Speicherlösungen unter 1 MW in den Leitzentralen der Stromkonzerne teilweise gar nicht abgebildet werden können.


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