Fraunhofer CSP und Continental

Flexible PV-Module für LKWs

26. September 2016, 13:34 Uhr   |  Hagen Lang

Flexible PV-Module für LKWs
© Fraunhofer Center für Silizium-Photovoltaik CSP

In Dachhaube und Windfänger des Conti Innovationstruck sind Photovoltaik-Module integriert.

Die Continental Automotive GmbH und das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP haben Photovoltaikmodule hergestellt, die so flexibel sind, dass man sie auf den Oberflächen von Mobilen befestigen kann, die ihre Energie direkt verbrauchen.Z.B. LKW.

Auf der Dachhaube und dem Windfänger des Conti-Innovationstrucks produzieren PV-Zellen unauffällig Energie. Zu sehen gibt es das neue Gefährt mit integrierten Solarmodulen erstmals auf der IAA Nutzfahrzeuge. Der Trend zu Mobilen mit größeren integrierten Batterien – sei es als Stützbatterie oder Hauptenergiespeicher -  legt nahe, die vorhandene Oberfläche auch für die Energiegewinnung zu nutzen.

Problematisch ist, dass normale Solarzellenmodule für den Mobileinsatz zu schwer sind, sich nicht verbiegen lassen und deshalb den Luftwiderstand erheblich erhöhen, wenn sie großflächig montiert werden. Dazu kommt, dass sie sich kaum optimal zur Sonne ausrichten lassen.

Zumindest für die ersten beiden Probleme haben Forscher des Fraunhofer CSP eine Lösung gefunden, die sie erstmals mit dem Demonstrator auf dem Conti Stand Westseite Parkplatz P35 auf der IAA Nutzfahrzeuge vorführen (Anmeldung Halle 17, Stand A06/B11). In Kooperation mit der Continental Automotive GmbH haben die Forscher Solarpanele entwickelt, die unauffällig in Fahrzeuge zu integrieren sind. Im konkreten Fall befinden sie sich auf der Dachhaube und dem Windabweiser der Fahrkabine.

»Photovoltaik-Module für Fahrzeugdächer müssen mechanisch, elektrisch und geometrisch flexibel sein. Wir haben deshalb auf ein Leichtbaukonzept mit einem spezifischen Verschaltungslayout hocheffizienter Rückkontaktsolarzellen gesetzt und auch darauf geachtet, dass eine ansprechende Formgebung möglich ist«, sagt Prof. Dr. Jens Schneider, Leiter der Gruppe Modultechnologie am Fraunhofer CSP.

»Durch die Nutzung der Sonnenenergie kann überall Energie nachgetankt werden, das ist ein wichtiger Vorteil der Elektromobilität. Wir wollen mit Lösungen für die Integration von Photovoltaik in mobile Anwendungen dazu beitragen, den Energiebedarf und die Emissionen auch im Transport- und Logistikverkehr zu reduzieren«, ergänzt er.

Wie schon bei den Pkw Nissan Leaf (Solardachspoiler) oder Toyota Prius (Solarschiebedach) reicht der Solarertrag nicht aus, um das Fahrzeug über längere Strecken anzutreiben. Allerdings entlasten die Module mit einer Gesamtleistung von 270 Wattpeak Bordsysteme wie Radio, Klimaanlage oder Navigationssysteme und andere Energiequellen entsprechend.

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