Rosige Aussichten für Solarbranche

Für 2021 werden zweistellige Wachstumsraten erwartet

8. Oktober 2021, 10:56 Uhr | Kathrin Veigel
BSW Solarbranche
Nahaufnahme einer Photovoltaikanlage, bei der polykristalline Siliziumzellen zum Einsatz kamen.
© BSW

Auf der Messe The Smarter E Europe Restart 2021 in München tritt Deutschlands Solarwirtschaft mit einem optimistischen Blick in die Zukunft auf. Wachsende Märkte und ein deutlich gestiegenes Klimaschutzbewusstsein bei Verbrauchern, Wirtschaft und auch in der Politik sind die Gründe dafür.

Die Investitionsbereitschaft in Photovoltaik und Speicher wächst seit Jahren kräftig und das Geschäftsklima in der Solarbranche ist auf einem konstant hohen Niveau. Und so rechnet der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) für 2021 erneut mit zweistelligen Wachstumsraten.

Getrieben wird die Solartechnik-Nachfrage darüber hinaus zunehmend auch durch die Verbreitung der Elektromobilität. Nach Informationen des Kraftfahrt-Bundesamtes waren 15 Prozent der Pkw-Neuanmeldungen im August bereits reine E-Autos. Diese werden zu 70 Prozent zu Hause betankt, immer häufiger mit selbst erzeugtem Solarstrom. Mit einer Solar-Speicher-Kombination könne der Bezug aus dem Stromnetz um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Der vom eigenen Dach geerntete und teils zwischengespeicherte Ladestrom sei nur halb so teuer wie Strom vom Energieversorger, berechneten jüngst Marktforscher von EUPD Research aus Bonn.

Große Erwartungen an neue Regierung

Von der neuen Bundesregierung erhofft sich die Solarbranche ein Solar-Beschleunigungsgesetz in den ersten hundert Tagen nach der Regierungsbildung. Dieses müsse Investitionsbarrieren und Förderdeckel beseitigen und das Erneuerbare-Energien-Gesetz an die jüngst verschärften Klimaziele anpassen. Diese seien nur erreichbar, wenn die in Deutschland installierte Solarstromleistung bis zum Ende der Legislaturperiode in etwa verdoppelt werde. Dies erfordere mindestens eine Verdreifachung des PV-Ausbautempos gegenüber heute und eine konsequente Mobilisierung von Gebäuden und Freiflächen für die Solarenergie-Erzeugung.

Erfreut zeigte sich der BSW auch über jüngste Investitionen in die Erweiterung und in neue Solarfabriken in Deutschland. Greentech sei neben der Digitalisierung die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts und die Resilienz des Wirtschaftsstandorts Deutschland könne mithilfe Erneuerbarer Energien deutlich gestärkt werden.

In Deutschland sind nach Angaben des Verbandes bereits über 4,5 Million Solaranlagen zur Strom- oder Wärmeerzeugung und über 375.000 Solarstromstromspeicher im Betrieb. Gemeinsam sparen sie jährlich nahezu 40 Millionen Tonnen Kohlendioxid ein.


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