EU-Verbundprojekt ReProSolar

Photovoltaik-Module vollständig recyceln

11. Juni 2021, 10:55 Uhr   |  Kathrin Veigel

Photovoltaik-Module vollständig recyceln
© S. Wildhirt/Evonik

Die Beteiligten am Projekt ReProSolar wollen durch ein effizientes Recycling sämtliche Bestandteile von PV-Altmodulen der verarbeitenden Industrie wieder zur Verfügung stellen.

Das Projekt ReProSolar hat zum Ziel, ein effizientes Verfahren für das Recycling von Photovoltaik-Altmodulen zu entwickeln. Damit sollen erstmals alle Bestandteile der Module wie reines Silizium, Silber und Glas vollständig für eine weitere Verwendung zurückgewonnen werden.

In den nächsten Jahren erreichen die ersten installierten PV-Systeme ihr Nutzungsende. Daher will sich das Projekt ReProSolar um ein innovatives Management der stillgelegten PV-Module kümmern. Zu dem Projekt haben sich unter der Leitung von Veolia Deutschland mehrere Partnerunternehmen aus dem öffentlichen und privaten Sektor, die entlang der Wertschöpfungskette des Recyclings von PV-Modulen agieren, zusammengeschlossen. Zu den Partnern gehören: EvonikFlaxres, das Grenoble Institut für Technologie (INP)Rosi SolarTecnalia Research & Innovation und Triade Electronique. Gefördert wird es von der EU mit insgesamt 4,8 Millionen Euro über EIT RawMaterials.

Aus der bisherigen linearen PV-Industrie wird damit eine Kreislaufwirtschaft zur Reduzierung von Abfall und zur Erhaltung der wertvollen Rohstoffe. »Unser Prozess basiert auf einer neuen Delaminierungstechnologie, die in der Lage ist, die Solarzellen effizient von der Glasplatte zu trennen. Innovative physikalisch-chemische Verfahren ermöglichen dann die Rückgewinnung aller Materialien ohne dass PV-Module zerkleinert werden müssen«, erklärt Projektleiter Antoine Driancourt von Veolia Umweltservice.

»Heute ist kein industrielles Verfahren auf der Welt in der Lage, Silber und Silizium aus Solarzellen in sehr hoher Reinheit zurückzugewinnen. Dies wäre ein großer Durchbruch für die gesamte Solarbranche im Hinblick auf die aktuellen Recyclingstandards«, ergänzt Driancourt. Von der Aufbereitung und Rohstoffreinigung über die Abfallstrom-Lieferkette bis hin zur Wiedereingliederung in verschiedene Industrien wird mit den Projektpartnern die gesamte Wertschöpfungskette berücksichtigt.

Bis Jahresende wird die Realisierbarkeit im industriellen Maßstab bei den Betrieben der Partner Flaxres in Dresden und Rosi Solar in Grenoble getestet. Bis 2023 sollen 5.000 Tonnen stillgelegter PV-Module jährlich in einer Demonstrationsanlage verarbeitet werden.

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