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Kaminofen »Pellwood«: Niedrigste Luftschadstoff-Emissionen

Die Bundesimmissionsschutzverordnung hat den privaten Kaminofen ohne Abgasreinigung auf die Liste der aussterbenden Arten gesetzt. Ein neu entwickelter Kaminofen stößt praktisch keine Schadstoffe mehr aus, wie jetzt durch eine Bezirksschornsteinfegermessung bestätig wurde.

Filter Bildquelle: © Maximus Film GmbH

Vergleich der Rußfilter nach 30 Minuten Betrieb unter gleichen Testbedingungen: emissionsarmer Kaminofen (links) und der Prototyp "Pellwood" (rechts).

Privat betriebene Kaminöfen haben einen bedeutenden Teil der Staub-, Ruß- und Kohlenmonoxid-Emissionen in Deutschland zu verantworten. Ein im Deutschen Biomasseforschungszentrum entwickelter Kaminofen-Prototyp (»Pellwood«) bekam jetzt vom Bezirksschornsteinfegermeister bestätigt, fast keine Luftschadstoffe mehr zu emittieren.

In die Konstruktion flossen Kooperationsergebnisse mit der Firma SL Systemlösung Haustechnik GmbH (www.sl-grossenhain.de) ein. Der im Rahmen des AiF-Projektes "Entwicklung eines Pelletvergaserkessels mit Scheitholznotfeuerung" (FKZ: KF3266201CL3) aufgebaute Pelletbrenner wurde in einer Konzeptstudie an einem verallgemeinerten Kombi-Ofen-Versuchsmodell untersucht.

Bei dem neuartigen Ofen handelt es sich um eine Kombination aus Scheitholzkaminofen und Pelletbrenner, wobei der Pelletbrenner seitlich an einen Scheitholzkaminofen angebracht wurde. Die Holzpellets werden hier pyrolytisch zersetzt, in Brenngas überführt und verbrannt. In der letzten Stufe des Ofenbrennraums finden der komplette Ausbrand, die Wärmeübertragung und die Feinreinigung der Schadstoffe durch einen Katalysator statt. Die Kombination aus Pelletbrenner und Katalysator sorgt für niedrigste Emissionswerte.

Eingesetzt wurde im Test ein einfaches und preiswertes Ofenmodell, dass durch jeden beliebigen Ofentyp ersetzt werden kann. Wie ein Beitrag der Sendung „Einfach Genial“ des Mitteldeutschen Rundfunk vom 31. Januar 2017 anhand einer Prüfung durch einen unabhängigen Schornsteinfegermeister zeigte, lagen die Emissionen bei gleichen Testbedingungen wie auf einem Prüfstand für Feuerungen in kaum mehr nachweisbaren Bereichen (siehe Messwerte).

Messwerte (Messdauer: 30 Minuten)

Emissionsarmer Test-Ofen:
0,026 g/m3 - Staubausschuss
110 mg/m3 - Kohlenmonoxid
Pellwood-Versuchsofen:
0,003 g/m3 - Staubausschuss
6 mg/m3 - Kohlenmonoxid
Zulässiger Grenzwert nach 1. BImSchV:
0,03 g/m3 - Staubausschuss
250 mg/m3 – Kohlenmonoxid

»Ich bin überrascht, dass das Ergebnis doch so gut ist, mit 3 mg/m3 Staub und was, mich noch mehr überrascht, der Kohlenmonoxid-Ausstoß, der bei 6 mg/m3 liegt, das ist schon eine Hausnummer«, so der Schornsteinfeger und technische Innungswart, Dietrich Leonhardt, der den Praxistest am DBFZ vorgenommen hat.

Das Team um Leiter Dr. Ingo Hartmann hat mit dem Modell 2016 in einem der Alliance for Green Heat organisierten US-Feuerungswettbewerb im Brookhaven National Laboratory (Upton/New York) den Wettbewerb »Pellet Stove Design Challenge« gewonnen. Jetzt gilt es einen Pelletbrenner mit niedriger Wärmeleistung neu zu entwickeln, um ein adäquates Modell für den Ofenbetrieb als Einzelraumfeuerung zu konstruieren.