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»GreenHydroChem«: Großelektrolyseur gewinnt Energiewende-Preis

Das »GreenHydroChem Mitteldeutschland« wurde als einer der Gewinner im Ideenwettbewerb »Reallabore der Energiewende« des (BMWi) von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ausgewählt. Das mit über 100 MW weltgrößte Elektrolyse-Anlage-Projekt planten Siemens, Linde und das Fraunhofer IMWS.

Wasserelektrolyse Bildquelle: © IMWS/Sven Döring

Am Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS werden Materialien für die Wasserelektrolyse im Hinblick auf Lebensdauer und Effizienz optimiert. Das Fraunhofer IMWS ist ebenfalls maßgeblich an der Planung des Elektrolyse-Anlage-Projektes »GreenHydroChem Mitteldeutschland« beteiligt.

»Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir die Erzeugung und Speicherung von Grünem Wasserstoff sowie dessen Anwendung in verschiedenen Nutzungspfaden im Rahmen der Sektorkopplung demonstrieren«, erklärt Florian Bergen, Projektverantwortlicher bei Siemens und Gesamtkoordinator des Reallabors GreenHydroChem. »Damit versorgen wir die Region ‚Mitteldeutsches Chemiedreieck‘ erstmals im industriellen Maßstab mit Grünem Wasserstoff.«

Das Projekt »GreenHydroChem Mitteldeutschland« umfasst den Bau von Großelektrolyseanlagen an den Standorten Leuna mit einer Kapazität von bis zu 100 Megawatt sowie Bad Lauchstädt mit einer Kapazität von bis zu 40 Megawatt, einer Anlage zur Umwandlung kohlenstoffhaltiger Reststoffe sowie die Nutzung eines Kavernenspeichers in Bad Lauchstädt mit Gasnetzanbindung an das bestehende Wasserstoff-Pipelinesystem Mitteldeutschlands. Darüber gelangt der Grüne Wasserstoff zu potenziellen Kunden, zum Beispiel der Raffinerie in Leuna.

Der Kavernenspeicher mit seiner Kapazität von 50 Millionen Kubikmetern sichert eine kontinuierliche Belieferung, um Zeiten von Windflauten und Wartungsmaßnahmen an den Elektrolyseanlagen zu überbrücken. 

Die Projektpartner wollen das Reallabor bis 2024 entwickeln und realisieren. Bei erfolgreicher Umsetzung wird »GreenHydroChem« durch die Sektorkopplung industrieller Wertschöpfungsketten mit der erneuerbaren Stromerzeugung einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende sowie zur Weiterentwicklung der mitteldeutschen Wirtschaftsregion leisten. Der so erzeugte Grüne Wasserstoff reduziert die anfallenden Treibhausgas-Emissionen um bis zu 91 Prozent.

Die Nutzung Erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne zur Erzeugung von umweltfreundlichem Wasserstoff beziehungsweise seine weitere Veredelung zu CO2-neutralen chemischen Grundstoffen oder Kraftstoffen (e-Fuels) werde wesentlich zur CO2-Emissions-Reduktion im Mobilitäts- und Chemiesektor beitragen. 

Der Grüne Wasserstoff reduziert die anfallenden Treibhausgas-Emissionen um bis zu 91 Prozent. Das Reallabor GreenHydroChem wird somit in den industriellen Wertschöpfungsketten einen wichtigen Beitrag zur Energiewende sowie zur Weiterentwicklung der Wirtschaftsregion Mitteldeutschland leisten. GreenHydroChem Mitteldeutschland soll bis 2024 in Leuna realisiert werden. 

»Mit diesem Schritt bringen wir eine innovative Technologie aus Deutschland in die industrielle Skalierung, an der schon heute vor allem Regionen mit hoher installierter Wind- und Photovoltaikleistung starkes Interesse zeigen«, erklärt Armin Schnettler, Leiter der Konzernforschung Energie, Siemens Corporate Technology. »So kann sich Deutschland nicht nur als weltweiter Vorreiter beim Thema Energiewende positionieren, sondern auch dem Ruf unseres Landes als führende Exportnation neue Impulse verleihen.« 

Erst am Montag haben die Siemens AG und die Fraunhofer-Gesellschaft gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen den Bau eines Wasserstoff-Innovationszentrums in Görlitz beschlossen. »Die dort gewonnenen Erkenntnisse sollen direkt in das Reallabor einfließen. Damit wird noch deutlicher, welch herausragendes Potenzial Wasserstoff und Power-to-X haben, um die Sektorkopplung umzusetzen und mit innovativen Technologien die Gestaltung des Strukturwandels zu meistern«, sagt Ralf B. Wehrspohn, Leiter des Fraunhofer IMWS und künftiger Vorstand der Fraunhofer-Gesellschaft für Technologiemarketing und Geschäftsmodelle.