Ein Manifest für Grünen Wasserstoff

Dekarbonisierung und nachhaltige Kreislaufwirtschaft vorantreiben

Solar Promotion Green Hydrogen Manifest
Olivier Bucheli (Präsident, European Electrolyzer and Fuel Cell Forum EFCF), Werner Diwald (Vorstandsvorsitzender, Deutscher Wasserstoff- und Brennstoffzellenverband DWV), Jorgo Chatzimarkakis (CEO, Hydrogen Europe) und Markus Elsässer (Geschäftsführer, Solar Promotion) (von links nach rechts).
© Solar Promotion

Im Rahmen der Energiemesse The Smarter E Europe Restart 2021 wurde am vergangenen Mittwoch das »Green Hydrogen Manifest« präsentiert. Es soll wichtige Impulse für die Förderung dieses Energieträgers liefern.

Ob »Fit for 55« Package in Europa oder Regierungsbildung in Deutschland: Die Weichen werden gerade neu gestellt – auch für den Energiemarkt der Zukunft. Ein Schlüsselelement für ein klimaneutrales Wirtschaftssystem ist grüner Wasserstoff. Er ermöglicht die intelligente Vernetzung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr und ist damit ein zentrales Element für eine zukunftsfähige Energieversorgung.

»The Green Hydrogen Manifesto« lautet der Titel des Manifests, das von Hydrogen Europe, dem Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellenverband DWV, European Electrolyzer & Fuel Cell Forum EFCF und The smarter E Europe initiiert und am 6. Oktober 2021 auf der ees Europe in München vorgestellt wurde. Es soll dazu beitragen, grünen Wasserstoff in Europa schneller voranzubringen. »Mit unserem Manifest wollen wir dazu beitragen, dass grüner Wasserstoff bei der aktuellen Neuausrichtung der Politik entsprechend berücksichtigt wird – ob im Energie- oder Wirtschaftssektor«, sagt Werner Diwald, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Wasserstoff- und Brennstoffzellenverbands DWV. Denn Wasserstoff, der aus erneuerbaren Quellen hergestellt werde, sei nicht nur wichtig für die Energiewende. Er biete vor allem auch große wirtschaftliche Chancen für die europäische Union.

Europa als Vorbild bei der Wasserstoff-Einführung

Das Manifest richtet sich an Entscheidungsträger in der Europäischen Union, sowie nationale Regierungen und Politiker. »Wir wollen politischen Entscheidern zeigen, wie groß die Bedeutung von grünem Wasserstoff für die Kreislaufwirtschaft und die Dekarbonisierung ist, und sie zum Handeln bewegen«, so Jorgo Chatzimarkakis, CEO von Hydrogen Europe. »Bei der Einführung dieses Energieträgers muss Europa künftig eine führende Rolle übernehmen und Wohlstand und Perspektiven sichern und ausbauen. Das ist unsere Verantwortung für die Zukunft und den Klimaschutz.«

Wie Europa seiner Führungsrolle gerecht werden kann, definiert das Manifest in zwölf Forderungen. Diese umfassen richtungsweisende Rahmenbedingungen und zielführende Förderungen bis hin zu Maßnahmen zur Stimulation von Anlaufphasen und Kostensenkungen. Forderung Nummer eins: Der CO2-Gehalt von Energieträgern soll zur neuen Währung für Energiesysteme werden. Weitere konkrete Vorschläge sind unter anderem die Zertifizierung von Wasserstoff als globale Ware, die Ernennung eines EU-Wasserstoff-Sonderbeauftragten, der die europäische Wasserstoffstrategie und Partnerschaften mit Drittländern vorantreibt, oder ein EU-Rechtsrahmen für die Regulierung von Wasserstoffnetzen.

Kurz nach der Veröffentlichung unterstützten bereits 54 Unternehmen und Organisationen das Green Hydrogen Manifest mit ihrer Unterschrift. Zu den Erstunterzeichnern gehören unter anderem Saipem, Forschungszentrum Juelich, Haldor Topsoe, der deutsche Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung e.V.  (B.KWK), ITM Power, Paul Wurth und die Deutsche Kreditbank.


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