Statement zu Energie aus Kohle

»Erdgas durch Kohle zu ersetzen ist nicht der richtige Weg!«

23. Juni 2022, 12:37 Uhr | Kathrin Veigel
Andrew Mack CEO Octopus Energy
Andrew Mack, CEO von Octopus Energy, übt Kritik am Umgang der Bundesregierung mit der derzeitigen Energiekrise.
© Octopus Energy

Die aktuelle Debatte um ein Comeback der Kohlekraftwerke gefährdet die Akzeptanz des Kohleausstiegs und das Gelingen der Energiewende – das meint Andrew Mack, CEO von Octopus Energy, und kritisiert daher die Pläne der Bundesregierung, eine Gasersatzreserve in Form von Kohlekraftwerken einzurichten.

Der Rückgriff auf die Kohleverstromung mag eine wirksame Lösung sein, um die Energieversorgung kurzfristig abzusichern. Langfristig gefährdet sie aber die Energiewende und den Rückhalt für den mühsam ausgehandelten Kohleausstieg. Anstatt auf den Klimakiller Kohle zu setzen, sollte die Bundesregierung wesentlich mehr Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren machen und das Osterpaket in diese Richtung nachbessern. Wichtig sind die Förderung digitaler Technologien, der Smart-Meter-Rollout und die Dezentralisierung des Energiesystems.

Strom aus Windkraft war schon vor der Energiekrise günstiger als Strom, der aus Gas gewonnen wurde. Natürlich weht der Wind nicht durchgehend, aber in der Regel ist es an irgendeinem Ort windig. Und wenn dies nicht der Fall ist, können eventuelle Lücken durch den Einsatz von Gas überbrückt werden, für das schnell neue Lieferquellen erschlossen werden müssen.

Die Kombination aus Wind, PV, Batteriespeichern und Gas als Backup ist und bleibt die kostengünstigste und klimaschonendste Lösung, die wir mit den heute zur Verfügung stehenden Technologien an der Hand haben.

Octopus Energy ist bereit, mehrere Milliarden Euro in den Ausbau der Windenergie in Deutschland zu investieren – wie wir kürzlich mit unserer ersten Windpark-Investition gezeigt haben. Dies wird dazu beitragen, die Energiesicherheit des Landes zu erhöhen und den Übergang zu einem kostengünstigeren und umweltfreundlichen Energiesystem zu beschleunigen.

Zudem müssen neue Windgebiete an Land und auf See ausgewiesen und der lähmende bürokratische Ballast drastisch reduziert werden. Deutschland ist wie ein Rennfahrer, der hofft, mit angezogener Handbremse als Erster ins Ziel zu kommen. Es dauert hierzulande in der Regel mehrere Jahre bis ein Windrad gebaut und in Betrieb genommen werden kann. Um die Vision von grüner Energie Wirklichkeit werden zu lassen, müssen wir erneuerbare Energien schneller ausbauen als jemals zuvor. 

Die Pandemie hat gezeigt: Wir können rasch handeln, wenn nur genug auf dem Spiel steht. Gemeinsam müssen wir daher mit derselben Dringlichkeit den Ausbau lokaler grüner Energie vorantreiben, mit der in Rekordzeit die Covid-19-Impfstoffe entwickelt wurden.


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