Reallabor für nachhaltigen Klimaschutz

Karlsruhe will Alltag klimafreundlicher machen

01. März 2021, 13:42 Uhr   |  Kathrin Veigel

Karlsruhe will Alltag klimafreundlicher machen
© Anastasiya Sultanova, KIT

Das Reallabor KARLA soll den Klimaschutz stärker in die Gesellschaft bringen und ausgewählte Klimaschutzmaßnahmen in Karlsruhe genau untersuchen.

Bundes-Klimaschutzgesetz, alternative Antriebe, erneuerbare Energien, Fridays for Future: Das Thema Klimaschutz ist im Bewusstsein vieler längst angekommen - aber wie sieht es mit der konkreten Umsetzung aus? Das Projekt »KARLA« soll nun ausgewählte Klimaschutzmaßnahmen vor Ort erforschen.

Mit dem Projekt KARLA (Karlsruher Reallabor Nachhaltiger Klimaschutz) soll die globale Herausforderung Klimawandel mit dem alltäglichen Handeln verbunden und in geeignete Maßnahmen vor Ort übersetzt werden. Hierfür haben sich das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Stadt Karlsruhe und die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft mit zahlreichen weiteren Partnern zusammengeschlossen, um gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Klimaschutzmaßnahmen zu erproben und sie in die Gesellschaft einzubringen.

Transformationsexperimente für den Klimaschutz

»Mit KARLA wollen wir den nachhaltigen Klimaschutz modellhaft in Karlsruhe voranbringen und zu einer dauerhaften und tiefgehenden Veränderung beitragen«, betont Projektleiter Oliver Parodi vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) des KIT. In dem Reallabor werden in Karlsruhe geplante Maßnahmen zum Klimaschutz untersucht, bewertet und unterstützt. Dabei sollen insbesondere deren Nachhaltigkeitsaspekte in den Blick genommen werden.

Außerdem stehen konkrete, mehrjährige Transformationsexperimente zur Umsetzung ausgewählter Aktivitäten im Fokus von KARLA. Als Ausgangspunkt des Reallabors dient das »Karlsruher Klimaschutzkonzept 2030«, das im April 2020 vom Gemeinderat verabschiedet wurde und den Handlungsrahmen für die Klimaschutzmaßnahmen der kommenden Jahre vorgibt.

Gemeinsam mit der Stadt Karlsruhe, weiteren Partnern aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Kultur und Verbänden sowie mit Bürgerinnen und Bürgern hat das KIT bereits vier Themenfelder für Transformationsexperimente ausgewählt: Klimaschonendes berufliches Reisen, nachhaltiger Klimaschutz im Bauwesen, Fachkräfte für den Klimaschutz und klimafreundliche Kantinen.

Besonders wichtig waren dabei Kriterien wie Relevanz für den Klimaschutz, Realisierbarkeit in Karlsruhe, Eignung für das Reallabor und Synergiepotenziale für die Projektpartner. In den Transformationsexperimenten sollen themenspezifische Klimaschutzmaßnahmen und -prozesse konkretisiert und nach erfolgreicher Erprobung von den beteiligten Partnern weiter ausgerollt und modifiziert werden.

Karlsruhe als Reallabor

Angesiedelt ist das Reallabor, das vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg mit 1,1 Millionen Euro gefördert wird, im Karlsruher Stadtraum und an ausgewählten Standorten des KIT. KARLA baut unmittelbar auf dem laufenden Reallabor »Quartier Zukunft – Labor Stadt« und dem 2020 abgeschlossenen »Reallabor 131« auf und nutzt die vorhandenen transdisziplinären Infrastrukturen, Kompetenzen und Netzwerke.

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