Schnelle Hilfe bei Herzattacken

Lebensrettungsdrohne mit Defibrillator an Bord

20. Dezember 2021, 15:01 Uhr | Kathrin Veigel
TUM Drohne
Die Lebensrettungsdrohne schwebt über der Einsatzstelle und lässt den Defibrillator herab.
© TUM

Bei Herzanfällen ist schnelle Hilfe essentiell. Doch abseits von stark besiedelten Gebieten kann es länger dauern, bis Rettungsteams eintreffen. Die studentische Initiative HORYZN der TU München hat deshalb eine autonom fliegende, mit Hilfe von KI gesteuerte Lebensrettungsdrohne entwickelt.

Jährlich erleiden allein in Deutschland rund 75.000 Personen einen Herzstillstand – und nur circa 11 Prozent überleben ihn. Die Anfahrtsdauer für Krankenwagen im ländlichen Raum liegt bei neun bis 15 Minuten, falls sie überhaupt bis zum Ort vorstoßen können. Die von Studenten der Technischen Universität München gebaute, 3 mal 2 Meter große, elektrisch betriebene Starrflügler-Drohne kann auch an Orte gelangen, die mit Krankenwagen schwer oder gar nicht zu erreichen sind.

Mit ihrer Fluggeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde soll die Lebensrettungsdrohne in vier bis fünf Minuten am Einsatzort eintreffen – unabhängig von der Straßeninfrastruktur vor Ort. Sobald die Drohne an den Koordinaten des gemeldeten medizinischen Notfalls eintrifft, geht sie in Schwebeflug über und lässt an Seilen einen Defibrillator herunter. Dieser kann auch von medizinischen Laien einfach bedient werden und die Überlebenschance der betroffenen Person deutlich erhöhen.

2022 will das HORYZN-Team die nötigen Zertifizierungen der deutschen und europäischen Luftfahrtbehörden bekommen. In der Endausbaustufe könnten hunderte solcher Drohnen in ländlichen Gebieten stationiert und über zentrale Kontrollcenter aus der Ferne gesteuert werden. Die Alarmierung soll über die jeweiligen Rettungsleitstellen erfolgen. Die Drohne könnte damit das bestehende Rettungsnetz sinnvoll ergänzen.


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