PEM-Elektrolyse

MAN investiert 500 Mio. Euro in H-TEC Systems

3. März 2022, 16:43 Uhr | Heinz Arnold
MAN Energy Solutions wird in den kommenden Jahren bis zu 500 Millionen Euro in seine Wasserstoff-Tochter H-TEC SYSTEMS investieren.
MAN Energy Solutions wird in den kommenden Jahren bis zu 500 Mio. Euro in seine Wasserstoff-Tochter H-TEC SYSTEMS investieren.
© H-TEC Systems

Bis zu 500 Mio. Euro steckt MAN in die Tochter H-TEC Systems, um sie so schnell wie möglich zu einem Großserienhersteller für PEM-Elektrolyseure zu entwickeln.

»Unser Plan ist klar«, erklärt Uwe Lauber, CEO von MAN Energy Solutions. »Wir entwickeln H-TEC Systems zu einem der weltweit führenden Player auf dem Gebiet der PEM-Elektrolyse. In den kommenden fünf bis zehn Jahren wird grüner Wasserstoff einer der wichtigsten primären Energieträger einer sich fortschreitend dekarbonisierenden Weltwirtschaft werden.

H-TEC Systems beherrscht mit der PEM-Elektrolyse eines der wichtigsten Verfahren für die industriell skalierte Wasserstoff-Gewinnung aus erneuerbaren Energien. Die Technik ist ausgereift und bereits erfolgreich am Markt platziert. Es geht daher im nächsten Schritt um die Skalierung und den Aufbau einer Serienfertigung mit hohem Automationsgrad, und hier wollen wir mit hohem Tempo vorangehen.«

Auf seinem Weg an die Marktspitze profitiert das Unternehmen nicht nur vom globalen Vertriebsnetz und der Großprojekterfahrung von MAN Energy Solutions, sondern auch vom direkten Zugang zu Kompetenz und Erfahrung der Volkswagen Gruppe, vor allem im Bereich der Produktionsskalierung und im zuliefererbasierten Seriengeschäft.

Der Volkswagen-Konzern unterstützt die Wachstumspläne, hebt der Aufsichtsratsvorsitzende von MAN Energy Solutions und Mitglied des Volkswagen Konzernvorstandes, Gunnar Kilian, hervor: »Auf dem Weg zur Klimaneutralität spielt Wasserstoff für Sektoren wie die internationale Schifffahrt oder industrielle Prozesse, bei denen eine direkte Elektrifizierung nicht möglich ist, eine Schlüsselrolle. Daher ist es elementar, dass unser Tochterunternehmen MAN Energy Solutions seine strategische Position im Zukunftsmarkt für Power-to-X und synthetische Kraftstoffe mit der Investition in die Wasserstoffherstellung weiter stärkt. Unser gemeinsames Ziel der Klimaneutralität erreichen wir nur in einer koordinierten Anstrengung. Dazu leistet MAN Energy Solutions einen entscheidenden Beitrag.«

H-TEC Systems mit neuem Management

H-TEC Systems ist bereits mit Elektrolysesystemen für Wasserstoff am Markt erfolgreich und bietet seinen Kunden integrierte Container im Megawatt-Bereich an. Für die Umsetzung der nun beschlossenen Wachstumsstrategie stellt sich das Management-Team des Spezialisten neu auf: Robin von Plettenberg, bislang bei MAN Energy Solutions Leiter des Servicegeschäfts mit Turbomaschinen, kommt als CEO und Sales-Verantwortlicher (CSO) neu an Bord. Frank Zimmermann übernimmt die Rolle des Chief Financial Officers (CFO). Marius Zasche, zuvor Leiter des Komponentengeschäfts bei MAN, komplettiert das Vorstandsteam als Chief Technology & Operations Officer (CTO/ COO).

»Derzeit ist der Markt für die Wasserstoffproduktion aus erneuerbaren Energien auf eine dezentrale Gewinnung und lokale Nutzung fokussiert«, erklärt Robin von Plettenberg die Wachstumsstrategie. »In den nächsten Jahren werden wir zunehmend größere Projekte sehen, etwa für die Anbindung ganzer Windparks. Wir rechnen mit Projekten in der Größenordnung von mehr als 100 Megawatt und mittelfristig über einen auch strukturell veränderten Markt für Multi-Gigawatt-Großanlagen, die insbesondere dem Export von Wasserstoff und der weltweiten Versorgung der industriellen Sektoren dienen.«

Auch die Belegschaft des in Augsburg und im schleswig-holsteinischen Braak beheimateten Unternehmens soll kräftig weiterwachsen: »Wir sind schon in den vergangenen Jahren personell stark gewachsen und haben die Anzahl der Mitarbeitenden allein 2021 verdoppelt«, sagt Frank Zimmermann. »Dieses Wachstum wird sich fortsetzen, wir planen die Neueinstellung von mehreren hundert hochqualifizierten Mitarbeitenden in den kommenden Jahren, vor allem in Entwicklung und Produktion.«


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